Erstellt am 13. Juni 2017, 05:44

von NÖN Redaktion und Martin Gebhart

Politische Randnotizen der Woche 24/2017. Martin Gebhart über die neue Kurz-Vize, schwierige Kandidatenfindungen & eine Klausur im Kloster.

Martin Gebhart  |  Karl Stadler

Glatz-Kremsner als Kurz-Stellvertreterin. Am Sonntag hat der ÖVP-Vorstand die Stellvertreter des designierten Parteichefs Sebastian Kurz nominiert. Unter den vier Neuen ist auch Casinos-Vorständin Bettina Glatz-Kremsner (Bild). Die Bestellung von Glatz-Kremsner ist doch eine große Überraschung. Obwohl, in der ÖVP ist sie keine Unbekannte. Als Erwin Pröll noch Landesrat war, unterstützte sie ihn als Helferin im Wahlkampf. In seiner Zeit als Landeshauptmann gehörte sie bei Wahlkämpfen seinen Personenkomitees an. Und ihr war auch vor Jahren der Job einer Landesrätin angeboten worden, was sie jedoch abgelehnt hatte.

Seit dem letzten Parteitag waren neben Kurz selbst auch Reinhold Lopatka, Elisabeth Köstinger und Johanna Mikl-Leitner als Stellvertreter von Ex-Parteichef Reinhold Mitterlehner gewählt. Diese Crew wird komplett ausgetauscht.

Ohne Onodi und Heinzl. Die Kandidatenfindung in Stadt und Bezirk St. Pölten hat für Überraschungen gesorgt. Vor Tagen war noch damit gerechnet worden, dass Nationalratsabgeordneter Anton Heinzl wieder die Nummer 1 im Wahlkreis sein wird. Im Präsidium soll er jedoch seine Kandidatur an der Spitze zurückgezogen haben, da plötzlich mehrere Vorschläge auftauchten und die gewohnte Unterstützung nicht mehr gegeben war. Die Entscheidungen fielen dann am Samstag in einer Bezirkssitzung. Spitzenkandidat im Wahlkreis ist nun Landesgeschäftsführer und Stadtrat Robert Laimer . Heinzl wurde an unwählbarer siebenter Stelle gereiht. Ähnlich erging es Heidemaria Onodi , die auch nochmals für den Landtag kandidieren wollte. Auf der Landtags-Kandidatenliste ist nun Kathrin Schindele aus St. Pölten an erster Stelle. Auch Landtagsabgeordnete Ilona Tröls-Holzweber wird nach der Wahl nicht mehr dabei sein. Die SP-Damen sind mit Namen wie Herbert Thumpser und Helmut Schagerl zu nennen, die alle mit der Landtagswahl 2018 ausscheiden.

Indra Collini bestätigt. Nach dem Online-Voting hat die Landessprecherin der NEOS, Indra Collini aus Brunn am Gebirge, nun auch die Mitgliederversammlung in St. Pölten überstanden. Sie wurde ganz klar zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2018 nominiert. Dahinter finden sich auf den Plätzen Helmut Hofer-Gruber aus Baden, Edith Kollermann aus Breitenfurt, Patrick Skalitzky aus Perchtoldsdorf, Bernd Pinzer aus Zwentendorf, Ulrike Vojtisek-Stuntner (Maissau), Daniela Gschwindl (Wolkersdorf), Sophie-Marie Chladek (Brunn/G.), Elmar Pittracher (Bisamberg) und Ulrich Mayer aus Michelbach.

Klubklausur im Stift. Es war doch ein außergewöhnlicher Ort, den der ÖVP-Landtagsklub für seine Klausur gewählt hatte. Die Theologische Hochschule des Stifts Heiligenkreuz, die nach Papst Benedikt XVI. benannt ist. Noch dazu betonte Klubobmann Klaus Schneeberger in seiner Pressekonferenz, dass der Ort nicht zufällig gewählt worden war. Es sei ein Ort der Wissenschaft, die größte Theologische Hochschule dieser Art im deutschsprachigen Raum. Vor Beginn der Tagung hatte man sich sogar mit Abt Maximilian Heim getroffen, um über die Hochschule zu sprechen.

Zu dieser Klausur hatte man auch die neue Generalsekretärin der ÖVP, Elisabeth Köstinger , eingeladen, um über die anstehenden Herausforderungen auf Bundesebene – die Neuwahl am 15. Oktober – zu sprechen. Für NÖ ist Köstinger keine Neue, weil sich der NÖ Bauernbund bei der EU-Wahl für sie ganz besonders ins Zeug gelegt hatte – obwohl sie nicht aus NÖ stammt. Schneeberger nannte sie bei der Klubklausur als „Symbol für die Erneuerung“ der Partei. Er verabschiedete sie mit dem Versprechen, dass die NÖ Volkspartei bei der Nationalratswahl „alle Kraft in die Waagschale werfen wird“, damit das Duo Sebastian Kurz und Elisabeth Köstinger erfolgreich ist.