Erstellt am 13. Oktober 2015, 05:27

von Martin Gebhart

Asyl: Wo gibt es die Arbeitsplätze?. SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch will, dass Asylberechtigte regional zugeteilt werden.

SP-Nationalratsabgeordneter Josef Muchitsch (m.) mit Markus und Walter Handler in deren Baufirma in Bad Schönau.  |  NOEN, Baldauf

Bei der Klausur des ÖVP-Klubs im NÖ Landtag war es deutlich angesprochen worden: Die Mandatare forderten von SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer, dass bezüglich jener Flüchtlinge, die in Österreich Asyl erhalten haben, Maßnahmen gesetzt werden. Damit diese etwa nicht automatisch in die Mindestsicherung fallen. Ähnliche Töne waren auch von Josef Muchitsch, SPÖ-Nationalratsabgeordneter und Baugewerkschafter, am Rande eines Betriebsbesuches bei der Firma Handler in Bad Schönau (Bezirk Wiener Neustadt) zu hören gewesen. Muchitsch: „Am Arbeitsmarkt stehen wir nun vor unserer größten Herausforderung.“

Derzeit sind österreichweit rund 19.000 Asylberechtigte bereits beim Arbeitsamt gemeldet. Im kommenden Jahr wird schon mit rund 35.000 Personen gerechnet. In Niederösterreich sind es momentan ungefähr 1.400, wobei 498 momentan in Schulung sind.

Für Muchitsch ist klar, dass die Politik dem Arbeitsmarktservice „Werkzeuge“ in die Hand geben muss, damit diese Menschen auch am Arbeitsmarkt untergebracht werden können. Muchitsch: „Wir müssen unbedingt aus Sozialempfängern Beitragszahler machen.“

„Am Arbeitsmarkt stehen wir nun vor
unserer größten Herausforderung“
Josef Muchitsch, SPÖ-Nationalratsabgeordneter
und oberster Baugewerkschafter.

Ein Ansatz: Derzeit gibt es in Österreich trotz der hohen Arbeitslosenzahl aus verschiedensten Gründen rund 30.700 offene Stellen. Das Arbeitsmarktservice sollte nun Asylberechtigte regional zuteilen, um diese freien Stellen zu besetzen. Dorthin, wo Jobs angeboten – und nicht besetzt – werden. Muchitsch: „Wir brauchen eine gut funktionierende Vermittlung.“

Wie groß die Herausforderung ist, merke er beim täglichen Gespräch mit Arbeitnehmern, so Muchitsch. Da herrsche teilweise schon Angst vor. Auch deswegen, weil Asylberechtigte etwa am Bau Arbeitskräfte ersetzen könnten. Er habe auch schon gehört, dass mancherorts Firmen nach Asylberechtigten fragen, um sich so freiwillige Zuzahlungen zum Kollektivvertrag zu ersparen. Muchitsch: „Das ist die große Angst, die da ist.“ Wobei er sich fragt, ob solche Maßnahmen Unternehmen überhaupt etwas bringen, da vielfach erst sprachliche und kulturelle Hürden überwunden werden müssen. Dann gebe es außerdem noch immer die Frage der Qualität der geleisteten Arbeit.

Eines sagt der SPÖ-Sozialsprecher aber auch klar: Österreich sei es ganz gut gelungen, bei der Aufnahme von Flüchtlingen Menschlichkeit zu zeigen. Das könne aber nicht heißen, dass Asylwerber uneingeschränkt aufgenommen werden. Das sei „Linksträumerei“.