Erstellt am 07. Oktober 2015, 15:44

von Michael Nowak

Mehr intellektuell behinderte Menschen in NÖ. In den nächsten zehn Jahren soll sich die Zahl der Menschen mit intellektuellen Behinderungen in Niederösterreich stark erhöhen. Das Land bereitet sich auf die neuen Herausforderungen vor.

Studienautor Christian Schober von der WU Wien, Sonja Weiklstorfer von der Caritas Wien, Sozial-Landesrätin Barbara Schwarz und Selbstvertreter Andreas Zehetner. (v.l.n.r.)  |  NOEN, © NÖ Landespressedienst/Pfeiffer
Die wenigsten Menschen mit körperlichen oder intellektuellen Behinderungen überlebten den Zweiten Weltkrieg. Der überwiegende Teil fiel den Euthanasiemorden des NS-Regimes zum Opfer.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur etwa 3% aller Menschen mit intellektuellen Behinderungen in Österreich und Deutschland sind älter als 65 Jahre. Diese Gruppe ist es, die in den nächsten Jahren wieder neu entstehen und stetig wachsen wird.

Konkret bedeutet das, dass derzeit 7.061 Menschen mit intellektueller Behinderung in Niederösterreich leben, diese Zahl aber bis ins Jahr 2025 auf 7.814 ansteigen soll. Das würde ein Plus von 11% bedeuten. Errechnet wurden die Zahlen sowie die Prognose von der WU Wien im Rahmen einer vom Land NÖ in Auftrag gegebenen Studie.

Neue Arbeitsgruppen und mehr Budget

Um sich den dadurch entstehenden Herausforderungen gut vorbereitet stellen zu können, präsentierte ÖVP-Sozial-Landesrätin Barbara Schwarz gemeinsam mit Sonja Weiklstorfer, Bereichsleiterin für die Angebote für Menschen mit intellektueller Behinderung der Caritas Wien, und Andreas Zehetner, Mitglied des Selbstvertretungs-Beirates der Lebenshilfe Österreich, einen Bedarfsplan. Dieser sieht die Bildung von zwei neuen Arbeitsgruppen vor.

Die erste beschäftigt sich zukünftig explizit mit der Alters-Gruppe 65+, die zweite mit den Möglichkeiten für selbstbestimmtes Leben, das seitens der Betroffenen immer gefragter wird. Hierbei steht etwa die Schaffung von knapp 500 neuen Wohnplätzen im Zentrum, die auch den Ansprüchen der älteren Generation gerecht werden.

Möglich soll das vor allem durch die notwendigen Budgeterhöhungen sein. Von 2010 bis 2014 habe man laut Schwarz um 56 Millionen Euro mehr investieren können. Im Jahr 2014 betrugen die Ausgaben insgesamt 236 Millionen Euro.