Erstellt am 14. Oktober 2015, 13:39

von Anita Kiefer

Nachmittagsbetreuung wird ausgebaut. Bis zum Schuljahr 2018/19 stehen in Niederösterreich 87,3 Millionen Euro für den Ausbau der schulischen Tagesbetreuung zur Verfügung. Davon wurden 30,3 Millionen Euro bereits investiert.

Landesschulratspräsident Johann Heuras und VP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz präsentieren die Entwicklung der schulischen Nachmittagsbetreuung in Niederösterreich.  |  NOEN, NLK Pfeiffer
Aktuell nehmen rund 15.500 NÖ Schüler in 700 Gruppen an 400 Schulen eine schulische Nachmittagsbetreuung in Anspruch. Dieses Angebot soll nun weiter verbessert werden. Aus diesem Grund startet das Land NÖ eine Qualitätsoffensive. Im Rahmen derer soll gewährleistet werden, dass es "auch kleineren Gemeinden möglich ist, eine Gruppe zu eröffnen", so VP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz.

Aus diesem Grund wurde die Mindestschülerzahl für eine Gruppeneröffnung auf zehn statt bisher zwölf (wenn schulübergreifend) bzw. 15 Schüler. Das Land NÖ unterstützt den Ausbau des Angebots etwa durch Förderung von Personalkosten oder Infrastrukturausbau an Schulen.

Heuras gegen flächendeckende "Zwangsbeglückung"

Schwarz betonte, dass ihr die Wahlfreiheit der Eltern - ob sie schulische Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen wollen oder nicht - sehr wichtig sei.

Angesprochen auf eine mögliche flächendeckende Einführung von verpflichtend verschränkten Schulformen sagte der neue Landesschulratspräsident Johann Heuras: Aufgrund der Infrastruktur würde dies nicht funktionieren, außerdem würden die finanziellen Mittel dazu fehlen. Und: "Warum soll ich manche zwangsbeglücken, die das gar nicht wollen?"

Den Eltern kostet die schulische Nachmittagsbetreuung pro Kind übrigens rund 60 bis 100 Euro pro Monat. Der überwiegende Teil der Nachmittagsbetreuung wird an Volksschulen angeboten.