Erstellt am 23. Mai 2016, 14:28

von Anita Kiefer

Neue Lebensmittel-Offensive. Die Landwirtschaftskammer startet mit „Gut zu wissen“ eine Initiative für mehr Transparenz bei Lebensmitteln in der (System-)Gastronomie.

Bildtext: Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes (v. l.), Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) und SeneCura-Geschäftsführer Anton Kellner präsentierten die Initiative.  |  NOEN, Erich Marschik
2,5 Millionen Österreicher würden täglich von der Systemgastronomie – also etwa in Kantinen, in Schul- oder in Internatsküchen – versorgt, weiß Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes. „Wir verlangen heute, dass überall dort, wo die Menschen nicht selber einkaufen können erkennbar ist, wo die wichtigsten Rohstoffe – Fleisch und Eier – her sind“, betonte Schultes. Die Bauern würden im internationalen Wettbewerb leben, so Schultes. Dafür brauche es Preise, die das tragen können. „Die bekommen wir nur wenn die Menschen auch wissen, dass es das wert ist.“

Deshalb wurde jetzt unter dem Titel „Gut zu wissen“ eine diesbezügliche Initiative gestartet. Die Kennzeichnung kann für Gastronomiebetriebe mit zwei Lupen erfolgen – ist die Lupe rot-weiß-rot hinterlegt, stammen Fleisch und Eier im Gericht aus Österreich. Wenn nicht, ist die Lupe durchsichtig.

Land NÖ kennzeichnet ab Sommer

Mit an Bord ist bei dieser Initiative das Land NÖ, das ab Sommer alle Küchen in Pflegeheimen und Landeskliniken, in den Landesschulen und die Landhausküche mit dieser Kennzeichnung ausschildern wird, kündigte Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) an. Man habe in diesem Bereich schon einiges unternommen, so Pröll – schon jetzt kämen rund 90 Prozent der Lieferanten aus Niederösterreich, der Bioanteil liege je nach Küche bei 40 bis 80 Prozent.

Mit diesem Schritt will das Land NÖ auch Vorbild für andere Großküchen sein. „Wir setzen bei dieser Aktion ganz bewusst auf Freiwilligkeit und Vorbildwirkung“, sagte Pröll – auch, weil die Wirte nicht noch mehr belastet werden sollen.
 
Es gebe bereits einige Großküchen, die das System implementieren wollen, so Landwirtschaftskammer-Präsident Schultes. Das SeneCura Sozialzentrum Grafenwörth etwa hat die Kennzeichnung bereits eingeführt. Die Kennzeichnung ist kostenlos, geprüft wird sie über die Einkaufsdarstellung und den Warenfluss.
 
Schultes sprach sich auch für eine gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung von Fleisch und Eiern in der Systemgastronomie aus. Vorbild ist hier die Schweiz, die eine derartige Kennzeichnungspflicht bereits hat.