Erstellt am 30. Juni 2016, 12:37

Wohnbauförderung: Land setzt Schwerpunkt auf Familien. Das Land NÖ verstärkt die Wohnbauförderung für Familien.

 |  APA (Symbolbild/dpa)

LHStv. Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat am Donnerstag neue Richtlinien präsentiert, die mit dem morgigen Freitag in Kraft treten. Für Jungfamilien wird die Förderung bei Eigenheimbau und -sanierung erhöht. Mehr Unterstützung gibt es auch beim Wohnungsbau - für Familienwohnen und das "Wohnchance"-Programm für Einkommensschwache.

Für Jungfamilien steigt der Bonus in Form eines zusätzliches Förderungsdarlehens ab 1. Juli von bisher 4.000 auf 5.000 Euro. Änderungen gibt es auch bei der Ankaufförderung für Jungfamilien bei der thermischen Sanierung, kündigte Mikl-Leitner bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in St. Pölten an. Der Zuschuss von drei Prozent wird künftig auf eine Ausleihung von 25.000 statt wie bisher 20.000 Euro gewährt. Dies kann in Anspruch genommen werden, wenn das Eigenheim höchstens drei Jahre vor dem Förderantrag für thermische Gesamtsanierung gekauft wurde.

Die Richtlinie sieht auch neue Regelungen beim großvolumigen Wohnbau vor. Beim sogenannten Familienwohnen - also Vier-Zimmer-Wohnungen mit maximal 80 m2 - steigt das Haftungsdarlehen von bisher 90.000 Euro um zehn Prozent auf 100.000 Euro.

"NÖ Wohnchance"

Im Rahmen der "NÖ Wohnchance" für einkommensschwache Familien vergibt das Land heuer und im kommenden Jahr 51 Mio. Euro an Direktdarlehen. Geplant ist der Bau von 100 Wohnhäusern mit je acht Einheiten. Das Programm wurde zu Jahresbeginn vom Vorgänger Mikl-Leitners als LHStv., Wolfgang Sobotka (ÖVP), präsentiert.

Derzeit gebe es noch keine Förderzusage im Rahmen der "Wohnchance", sagte Mikl-Leitner. Laut Helmut Frank, Leiter der Abteilung Wohnungsförderung beim Amt der NÖ Landesregierung, haben 70 Gemeinden Interesse bekundet: "Ich gehe davon aus, dass es im Herbst die ersten Spatenstiche gibt."

Wohnungen oft nicht leistbar

Gerade für Familien sei Wohnen oft nicht leistbar, sagte Mikl-Leitner. Ihr Schwerpunkt in der Wohnbaupolitik gelte daher der Unterstützung der Familien, betonte sie.

Jährlich bewilligt das Land NÖ 450 bis 500 Mio. Euro an Wohnbauförderungen für 13.000 Wohneinheiten (Neuerrichtung und Sanierung). Damit werden 1,8 Mrd. Euro an Investitionen ausgelöst und rund 30.000 Arbeitsplätze gesichert, rechnete Mikl-Leitner vor. Die 11.200 Eigenheimförderungen mit einem Volumen von 510 Mio. Euro zwischen 2011 und 2015 gingen jeweils zu knapp 70 Prozent an Familien, führte die LHStv. aus.