Erstellt am 24. Mai 2016, 05:44

von Martin Gebhart

Neue SPÖ-Regierung ohne NÖ-Beteiligung. SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern holte sich niemand aus NÖ. Für Stadler „kein Problem“.

Angelobung der SPÖ-Regierungsmitglieder: Staatssekretärin Muna Duzdar, Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, Bundeskanzler Christian Kern, Bundespräsident Heinz Fischer, VP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, Infrastrukturminister Jörg Leichtfried und Kanzleramtsminister Thomas Drozda.  |  NOEN, APA

Viel Zeit ließ sich der neue SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern nicht, um sein neues Regierungsteam vorzustellen. Am Tag seiner Angelobung präsentierte er den steirischen Landesrat Jörg Leichtfried als neuen Infrastrukturminister, die Rektorin Sonja Hammerschmid als Bildungsministerin, Thomas Drozda als Kanzleramtsminister und Muna Duzdar als neue Staatssekretärin. Gehen musste neben Gerald Klug, Sonja Steßl und Josef Ostermayer auch Gabriele Heinisch-Hosek. Damit stellt die Landes-SPÖ kein Regierungsmitglied mehr.

Es gehe um die besten Köpfe

Dabei ist NÖ jenes Bundesland, das die meisten SPÖ-Mitglieder aufzuweisen hat. Für SPÖ-Landesparteivorsitzenden Matthias Stadler ist es dennoch „kein Problem“, dass Kern niemand aus seiner Landespartei genommen hat. Stadler zur NÖN: „Das war so besprochen, es wird auch von uns mitgetragen.“ Seiner Meinung nach ist die Zeit vorbei, dass Regierungsmitglieder nach Kriterien wie der Zugehörigkeit zu einem Bundesland ausgesucht werden, es gehe um die besten Köpfe.

Gabriele Heinisch-Hosek aus Guntramsdorf, Bundesvorsitzende der SPÖ-Frauen und Stadler-Stellvertreterin, war klar, dass sie ihr Ministeramt verlieren kann. Heinisch-Hosek zur NÖN: „Nachdem klar war, dass der neue Bundeskanzler zur Auswahl seines Teams freie Hand hat, war natürlich damit zu rechnen, dass er auch Neubesetzungen vornimmt.“ Sie ist auf ihr Mandat im Nationalrat zurückgekehrt, Hannes Fazekas aus Schwechat musste dafür Platz machen. Ob sie nun ihre politische Arbeit neu anlegt?

Heinisch-Hosek: „In meiner politischen Arbeit ist nichts neu anzulegen. Dennoch freut es mich, dass nun für Frauenarbeit wieder mehr Zeit zur Verfügung ist. Die Themen liegen auf der Hand: Frauen und Arbeit sowie Vereinbarkeit werden von mir intensiv bearbeitet werden – und zwar in ganz Österreich.“ Und sie wird in NÖ wieder mehr politisch tätig sein. „Selbstverständlich freue ich mich wieder, in meinem Heimatbundesland mehr unterwegs sein zu können. Da mein Mandat ja ein Landeslistenmandat ist, bin ich Niederösterreich natürlich sehr verbunden“, so die Ex-Ministerin.