Update am 28. Januar 2018, 22:04

von APA Red und Redaktion noen.at

Reaktionen und Stimmen zum Wahlergebnis.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat nach der ersten Hochrechnung tief durchgeatmet und festgestellt, alles erst "realisieren" zu müssen. "Ich empfinde in dieser Stunde der Freude ganz tiefe Dankbarkeit für den Vertrauensvorschuss", den ihr die Landsleute gegeben haben, lautete ihre erste Reaktion.

Das sei eine Bestätigung des Kurses und "ein wunderschönes Gefühl". Vorgänger Erwin Pröll gratulierte Mikl-Leitner "aus tiefstem Herzen und mit ganz, ganz großer Freude". Er sprach von einem bravourösen und fehlerfreien Wahlkampf, den die Landeshauptfrau geführt habe. Prölls Resümee: "Niederösterreich bleibt weiter auf einem guten Weg."

Kurz gratuliert zu "tollem Ergebnis"

Bundeskanzler und ÖVP-Obmann Sebastian Kurz hat Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der niederösterreichischen Volkspartei "von ganzem Herzen zu diesem sensationellen und persönlichen Wahlsieg, der weit über das Erwartbare hinausgeht", gratuliert. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA sprach er von einem "tollen Ergebnis".

Dieses zeige auch, "dass der Weg der Volkspartei mit dem neuen Stil in der Politik und das Miteinander sowie die gemeinsame Arbeit von den Menschen klar honoriert wurde." Kurz sieht darin auch "viel Rückenwind" für die Bundesregierung und die Volkspartei auf Bundesebene.

VP-Ebner:"sensationelles, unglaubliches Ergebnis"

ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner freute sich über ein "sensationelles, unglaubliches Ergebnis". "So wie es jetzt aussieht - und der Wahlabend ist noch jung - haben wir Unmögliches möglich gemacht."

Als Ziel habe Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vorgegeben, die stärkste Landespartei zu bleiben, ein Ergebnis um die 45 Prozent wäre bereits "sensationell" gewesen. Die Volkspartei habe ihre "Ziele mehr als übertroffen" und "Unglaubliches geleistet".

SP-Hundsmüller: "Kraftanstrengung"

SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller sprach von einer "völlig anderen Ausgangssituation". Es sei eine Kraftanstrengung gewesen, Spitzenkandidat Franz Schnabl nach seinem Wechsel in die Politik im Vorjahr bekannt zu machen und Ziele zu definieren.

Franz Schnabl sieht SPÖ "stark gestärkt"

Landesrat und SPÖ-Landeschef Franz Schnabl sieht seine Partei durch das zu erwartende Ergebnis bei der niederösterreichischen Landtagswahl "stark gestärkt" - die Hochrechnung um 17.00 Uhr sah die Sozialdemokraten bei 23,8 Prozent (2013: 21,57 Prozent).

Das Resultat für die SPÖ sei ein Zeichen, dass die Bevölkerung eine sichtbare sozialdemokratische Handschrift im Land wolle, meinte Schnabl und verwies auf angestrebte Verbesserungen u.a. im Gesundheitsbereich und öffentlichen Verkehr sowie in der Kinderbetreuung. Zudem zeigte er sich in einer ersten Reaktion durchaus optimistisch, dass die ÖVP-Absolute doch noch geknackt werden könnte. Er hoffe noch auf die städtischen Bereiche.

FPÖ für Landbauer "stark vertreten"

FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer sieht die Partei nach der niederösterreichischen Landtagswahl "stark vertreten". In Prozenten sei eine Verdoppelung nicht gelungen, bei den Mandaten aber sehr wohl. Und damit sei er "alles andere als unzufrieden".

"Der Wähler hat gesprochen. Das ist für jeden zu akzeptieren", sagte Landbauer. Der ÖVP gratulierte er. Der Erfolg sei anzuerkennen.

Ob er selbst Landesrat werde, wollte Landbauer am Sonntagabend nicht sagen. Personalentscheidungen würden die Freiheitlichen in den kommenden Tagen treffen. Er wolle als "begeisterter Niederösterreicher" für das Land arbeiten, sagte der FPÖ-Listenerste. Diesbezüglich wolle er auch das Gespräch anbieten und suchen. Mit der jüngsten "Sudelkampagne" habe er nichts am Hut.

FP-Hafenecker: "Starkes Signal"

FPÖ-Landesparteisekretär Christian Hafenecker bezeichnete die laut ersten Hochrechnungen Verdoppelung von vier auf acht Landtagsmandate der Freiheitlichen als "sehr, sehr starkes Signal". Die Partei habe erst vor kurzem ein Regierungsprogramm auf Bundesebene präsentiert und sei in den vergangenen Tagen mit einer "beispiellosen Medienkampagne" konfrontiert gewesen. Da könne man glücklich über das Ergebnis sein.

FPÖ-Rosenkranz sieht klare Auswirkung durch Liedgut-Kampagne

Die NS-Liedgut-Affäre um die Burschenschaft von FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer hat den Freiheitlichen bei der Landtagswahl massiv geschadet. Davon zeigte sich FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz überzeugt. "Das hat sich absolut ausgewirkt", sagte der FPÖ-Klubobmann im Nationalrat.

Rosenkranz beklagte eine "intensive Kampagne", bei der sich "vom Bundespräsidenten abwärts alles eingemischt hat und aufs Trittbrett drauf gestiegen ist". Insofern sei das Abschneiden der FPÖ mit einer Verdoppelung der Mandate trotzdem zufriedenstellend.

FPÖ-intern war Sonntagabend zu hören, dass die Liedgut-Affäre die Freiheitlichen vier bis fünf Prozent gekostet haben und der ÖVP die Absolute gerettet haben könnte. Spitzenkandidat Udo Landbauer wollte die Auswirkungen nicht beziffern. Landesparteichef Rosenkranz betonte einmal mehr, dass die Vorwürfe gegen Landbauer nicht stimmen würden. "Er hat einen fehlerfreien Wahlkampf gemacht." Die Angriffe hätten Landbauer aber zugesetzt, meinte Rosenkranz.

Waldhäusl schloss Nominierung als Regierungsmitglied aus

Ob statt Landbauer womöglich Klubobmann Gottfried Waldhäusl Landesrat werden könnte, ließ Rosenkranz offen. "Waldhäusl ist ein hervorragender Vizebürgermeister, er ist ein hervorragender Klubobmann, er wäre sicher auch ein hervorragender Landesrat."

Waldhäusl selbst schloss eine Nominierung als Regierungsmitglied freilich gleich aus. Er stehe dafür nicht zur Verfügung. "Ich werde es nicht sein", so Waldhäusl. Was er vor der Wahl gesagt habe, gelte auch danach. Er wolle Klubchef bleiben. Bei der Entscheidung über den Landesrat werde man sich jedenfalls nicht unter Druck setzen lassen. "Wir entscheiden, wer Landesrat wird." Landbauer habe dabei die gleiche Chance auf ein Regierungsmandat "wie 20 andere auch". Die Entscheidung werde im freiheitlichen Klub bis zur konstituierenden Sitzung des Landtags fallen.

Spitzenkandidat Landbauer hat sich laut Waldhäusl in der Wahl "gut geschlagen". Die FPÖ habe trotz der massiven Kampagne gegen ihn "ein gutes Ergebnis eingefahren". Es sei auch Medien zuzuschreiben, dass der ÖVP wieder die Absolute errungen habe. "Die, die glauben, dass sie uns vernichten wollen, haben für die Absolute der ÖVP gesorgt."

Grüne erleichtert

Grünen-Landesgeschäftsführer Hikmet Arslan zeigte sich erleichtert: Bis zuletzt sei nicht sicher gewesen, wohin die Reise gehen werde. Es brauche eine Kontrollpartei im Landtag, betonte Arslan. Auf der anderen Seite gehe es um den Neustart der Grünen nach dem Aus im Nationalrat. Die Grünen hätten in Niederösterreich ein "sehr, sehr gutes Ergebnis" erreicht, meinte er mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in anderen Bundesländern.

"Gerade nach den sehr schwierigen Monaten und dem Rausfall aus dem Parlament im Oktober ist der Verbleib im Landtag sensationell", meinte die Grüne Spitzenkandidatin Helga Krismer nach der Landtagswahl in Niederösterreich. Die Arbeit als Kontrollpartei könne im Bundesland fortgesetzt werden.

Die Grüne Listenerste Krismer meinte, jede Stimme sei "ein Auftrag für die nächsten fünf Jahre". Eine absolute Mehrheit in Niederösterreich brauche Kontrollarbeit. "Auch in Zukunft werden wir das Engagement für Tier- und Umweltschutz, gesundes Essen ohne Glyphosat, aber auch den Kampf für das 365 Euro Öffi-Ticket für ganz Niederösterreich weiter führen", so Krismer.

Zum Proporz in Niederösterreich ist Krismer "gespannt, ob man sich nicht doch bewegt". 

NEOS: "Beeindruckende Leistung"

NEOS-Spitzenkandidatin Indra Collini freute sich über den Einzug in den Landtag beim ersten Antreten. Sie äußerte "große Freude", dass die NEOS vom Stand weg den Einzug in den Landtag geschafft haben. Der Weg sei "steinig" gewesen, blickte Collini etwa auf das für ein Antreten nötige Sammeln von Unterstützungserklärungen zurück. "Je mehr Kontrolle umso besser", angesichts der Verhältnisse werde es diese auch brauchen. Die Pinken wollen "die Themen voranstellen" und bereits nächste Woche ein Demokratie- und Transparenzpaket präsentieren. In die Schwerpunkte Zahlen und Finanzen "werden wir uns hineingraben", kündigte die NEOS-Landessprecherin an.

NEOS-Abg. Nikolaus Scherak freute sich, dass die Partei - nach ersten Hochrechnungen - beim ersten Antreten bei der niederösterreichischen Landtagswahl den Einzug in den Landtag geschafft hat. Das sei eine "beeindruckende Leistung für so eine junge Bewegung". Die NEOS seien jetzt mit dem Mandat ausgestattet, im Landtag für mehr Freiheit und mehr Kontrolle in Niederösterreich einzutreten, zeigte er sich zufrieden.

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