Erstellt am 25. Mai 2016, 05:24

von Martin Gebhart

Eine neue Biber-Verordnung. Um Gefahrensituationen zu vermeiden, kann rascher als bislang gegen die Biber vorgegangen werden.

 |  NOEN, Archiv/zvg
„Menschenschutz geht vor Artenschutz.“ Mit dieser Botschaft präsentierte VP-Umweltlandesrat Stephan Pernkopf die neue NÖ Biberverordnung, die diese Woche von der NÖ Landesregierung in Kraft gesetzt worden ist. Das Ziel: Rascheres Handeln, wenn etwa Biberdämme Gefahr beim Hochwasserschutz bedeuten. Pernkopf: „Mit der neuen Verordnung schaffen wir einen vernünftigen Ausgleich zwischen Hochwasserschutz und Naturschutz.“

Was ändert die Verordnung? Wenn Schutzanlagen oder öffentliche Einrichtungen gefährdet sind, dürfen Biberdämme entfernt sowie Biber gefangen und getötet werden. Allerdings muss die Situation von sachkundigen Organen – etwa die Gewässeraufsicht oder die Naturschutzorgane der Bezirkshauptmannschaften – eingeschätzt werden. Wobei das „gelindeste Mittel“ anzuwenden sei, so Pernkopf. In erster Linie Präventions- und Vergrämungsmaßnahmen. Hilft das nicht, können Dämme entfernt werden. Erst am Ende steht ein Eingriff in die Population.

Derzeit 4.000 Biber in NÖ

Der aktuelle Bestand an Bibern in NÖ liegt derzeit bei rund 4.000 Tieren. Die Verordnung gilt nur dort, wo eine immer stärkere Population für Gefahrensituationen sorgt. Ausgenommen sind etwa die alpinen Bereiche. Klar ist, dass nur außerhalb der Schonzeit, die vom 1. April bis 30. August gilt, eingegriffen werden darf. Für Pernkopf ist klar: Es gehe nicht um eine Ausrottung des Bibers, sondern eine Reduzierung auf eine verträgliche Populationsgröße.