Erstellt am 15. Dezember 2015, 06:28

von Martin Gebhart

Thema „Frauen“: Heißer Konflikt. FPÖ-Rede gegen Quotenregelung und „Genderwahn“ brachte die Grünen in Rage. NÖ Frauen- und Gleichstellungsbericht wurde nur von der ÖVP als akzeptabel bewertet.

Krachten im NÖ Landtag beim Thema »Frauen« heftig aneinander: Grünen-Klubobfrau Helga Krismer-Huber und FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl.  |  NOEN, Erich Marschik
Das Thema „Frauen“ sorgte in der jüngsten Sitzung des NÖ Landtags für die heftigste Auseinandersetzung. Ausgelöst durch eine Rede von FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl gegen den „Genderwahn“.
Anlass war die Debatte über den ersten „NÖ Frauen- und Gleichstellungsbericht“ der Landesregierung.

Waldhäusl, der seine Rede mit dem Satz „Ich habe versucht, mich – und das ist sicher schwierig – in die Rolle einer Frau zu versetzen“ begann, nutzte den Bericht, um gegen Quotenregelungen und das Gendern von Texten zu wettern. Waldhäusl: „Ein bisschen weniger Genderwahn, ein bisschen mehr Vernunft und den Frauen geht es besser.“

Waldhäusls Aussagen „einfach letztklassig“

Aussagen, die Grünen-Klubobfrau Helga Krismer-Huber in Rage brachten. Die Gleichstellung der Frauen sei in der Bundesverfassung verankert, so Krismer-Huber. Waldhäusls Aussagen seien „einfach letztklassig“. Und: „Die FPÖ ist wieder einmal außerhalb des Verfassungsbogens.“

Damit war die Debatte noch nicht zu Ende, denn Udo Landbauer von der FPÖ wiederum warf Krismer-Huber vor, „letztklassig“ zu agieren, weil diese erwähnt hatte, dass es weniger Frauen als Flüchtlinge gebe, weil diese Angst vor Vergewaltigung haben müssten. Landbauer zu Krismer-Huber: „Ihren grenzenlosen Hass gegen alles Männliche kennt man bereits.“ Was Madeleine Petrovic von den Grünen als eine „Ungeheuerlichkeit sondergleichen“ zurückwies.

Übrigens: Bis auf die ÖVP kritisierten alle Fraktionen, dass der „NÖ Frauen- und Gleichstellungsbericht“ von der zuständigen Abteilung lieblos erstellt worden sei.