Wiener Neustadt , St. Pölten

Erstellt am 24. Januar 2018, 14:42

von Thomas Jorda

Grüne: Landbauer nicht in die Landesregierung!. Helga Krismer, die GRÜNE-Landesprecherin, fordert ÖVP und SPÖ auf, sich deutlich zu deklarieren. Die Wählerinnen und Wähler hätten das Recht, zu wissen, ob die beiden Parteien Udo Landbauer in die Landesregierung wählen werden.

Helga Krismer  |  zVg

Eine Presseaussendung war ihr zu wenig, also lud Helga Krismer, Landessprecherin der GRÜNEN, kurzfristig zu einer Pressekonferenz. Und fuhr schwere Geschütze gegen FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer auf. Der steht im Mittelpunkt eines Skandals um antisemitische, zum Völkermord aufrufende Passagen im Liederbuch der schlagenden Burschenschaft „Germania Wiener Neustadt“, der Landbauer als stellvertretender Vorsitzender angehört.

Er erklärte zwar, von diesem Text nichts gewusst zu haben, stellte aber dennoch seine Mitgliedschaft ruhend.

Was Helga Krismer zu wenig ist. „Wir erleben gerade wieder, wie viele, vor allem Männer dieser Gesinnungsgemeinschaft reagieren. Sie rudern erst zurück, denn verniedlichen die Sache und patzen schließlich alle anderen an. Dass Landbauer seine Mitgliedschaft bei der ,Germania‘ ruhend gestellt hat und nicht ausgetreten ist, das ist zu wenig.“

Und Krismer stellt sich an die Spitze einer Anti-Landbauer-Bewegung: „Wir decken die Machenschaften der rechten Burschenschaften auf. Und wir wollen nicht, dass Landbauer in der nächsten Landesregierung vertreten ist, wir werden ihn nicht als Landesrat wählen.“

Eine ähnliche Deklaration fordert sie auch vom SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl und von ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Die Wählerinnen und Wähler haben das Recht zu wissen, wie ÖVP und SPÖ nach der Wahl reagieren werden. Es genügt nicht, dass sich Mikl-Leitner unter ihremThron versteckt, kurz hervorblinzelt und Aufklärung fordert. Sie und Schnabl sollen sagen, ob sie Landbauer in die nächste Landesregierung wählen werden. Auf diese Antwort hat die Wählerschaft ein Anrecht.“

Grundsätzlich sieht Krismer in ihren Forderung nicht die Gefahr, kontraproduktiv zu wirken: „Wir agieren nicht taktisch, sondern wir zeigen unsere Wertehaltung auf.“