Erstellt am 05. April 2016, 01:24

von Martin Gebhart

Striedinger verlässt St. Pölten. Kommandant wurde zum Chef des Abwehramtes bestellt. Nachfolge in der Hesser-Kaserne muss erst geklärt werden.

Rudolf Striedinger bei seiner Angelobung als NÖ Militärkommandant im Jahr 2011.  |  NOEN, Erich Marschik

Zuletzt ging alles sehr rasch. Vergangenen Mittwoch ein Anruf von SPÖ-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil,am Donnerstag bereits die Bestellung zum neuen Leiter des Abwehramtes. Und seit Montag sitzt Brigadier Rudolf Striedinger nicht mehr in der Hesserkaserne in St. Pölten, sondern im Verteidigungsministerium in der Roßauer Kaserne in Wien.

In der ersten offiziellen Aussendung zu diesem Personalwechsel lobte ihn Doskozil für seine Kompetenz, Führungsfähigkeit und Verlässlichkeit. „Er ist der richtige Mann an der Spitze des Abwehramtes“, so der Minister. Und: „Gerade in sicherheitspolitisch herausfordernden Zeiten haben die militärischen Nachrichtendienste eine besondere Bedeutung für die Sicherheit des Landes. Die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus, um nur ein Beispiel zu nennen, erfordert große Anstrengungen und eine hohe Qualität der Dienste. Deshalb war es mir wichtig, die Entscheidung über die Führung des Inlands-Nachrichtendienstes rasch zu treffen.“

Nachfolge noch unklar

Rudolf Striedinger (55) war seit 2011 NÖ Militärkommandant. Er ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Als Chef des Abwehramtes ist er dafür zuständig, dass „Gefahren für die militärische Sicherheit“ abgewendet werden. Oder wie es offiziell dazu heißt: „Das Abwehramt beschafft Informationen über Bestrebungen und Tätigkeiten, die vorsätzliche Angriffe gegen Leben und Gesundheit von Personen, Infrastruktur und militärisch klassifizierte Informationen erwarten lassen und stellt diese der politischen und militärischen Führung dar.“

Wann das NÖ Militärkommando nachbesetzt wird, ist noch nicht klar. Genauso sei es noch zu früh, über eine konkrete Nachfolge zu reden, heißt es aus dem Ministerium.