Erstellt am 07. März 2016, 16:23

von Marlene Penz

NÖ Politiker blicken auf die Frauen. Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März ziehen NÖ Politiker Resümee und nehmen die aktuelle Situation der (Un-)Gleichberechtigung von Niederösterreichinnen in den Fokus. Kampagnen und Veranstaltungsreihen werden initiiert und die Forderung nach mehr Respekt für die Leistungen von Frauen erneut unterstrichen:

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Der Equal Pay Day, also der Tag, an dem Frauen bei gleichwertiger Arbeit im Vergleich zu Männern aufgerechnet ihr Gehalt ausbezahlt bekommen, fällt heuer auf den 10. März. Damit ergibt sich ein Unterschied von 47 Tagen, an denen Frauen „unbezahlt“ arbeiten. In Niederösterreich geht die Einkommensschere bei Männern und Frauen bei Vollzeitbeschäftigung um 18 Prozent auseinander. Fast 71 Prozent der Frauen zwischen 25 und 49 Jahren sind teilzeitbeschäftigt, bei den Männern sind es 6,5 Prozent.

Auf diese Zahlen nehmen NÖ Politiker der ÖVP und SPÖ anlässlich des Internationalen Frauentags Bezug und machen auf die Situation von Frauen in Niederösterreich aufmerksam.

Initiative „Frauen stärken“ soll
politisches Engagement von Frauen fördern

Frauen-Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) präsentierte heute gemeinsam mit Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer und Elisabeth Cinatl, Sprecherin der Frauenberatungsstellen NÖ, die neue Initiative „Frauen stärken“. Sie soll mit einer Seminar- und Veranstaltungsreihe sowie einem Mentoring-Programm gezielt politisch interessierte Frauen in NÖ ansprechen.

Wichtig ist für Landesrätin Barbara Schwarz auch die Chancengleichheit in Führungspositionen: „Wir Frauen zweifeln oft daran, dass wir bestimmte Aufgaben auch erfüllen können. Frauen müssen motiviert werden, sich auch Führung zuzutrauen – auch in politischen Ämtern, damit sie aktiv mitgestalten und noch mehr einbringen können.“ Der Weg führt hierbei oftmals über die Gemeindepolitik.

Niederösterreich ist mit 57 Bürgermeisterinnen in 573 Gemeinden, also knapp 10 Prozent Frauenanteil bei der Beteiligung von Frauen im Bundesvergleich an erster Stelle, dennoch soll hier angesetzt und ausgebaut werden. „Wir würden uns die Verdoppelung dieses Werts in den nächsten zehn Jahren wünschen. Frauen haben ein sehr gutes Gespür, sind gewissenhaft und haben ein enormes Zuhör-Potenzial. Diese Fähigkeiten werden in Zukunft immer gefragter“, bestärkt Helmut Mödlhammer die Landesrätin.

Im Rahmen der Mentorings sollen vor allem Frauen, die sich bereits im politischen Bereich engagieren, andere Frauen auf ihrem Weg in politisches Engagement und in Führungsebenen begleiten, motivieren und bestärken. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wendezeiten“ wird ab Herbst wieder durch Niederösterreichs Vierteln getourt und Frauen präsentiert, die sich erfolgreich organisiert haben, die Verantwortung übernehmen und politisch interessiert sind. Das Land NÖ nimmt zur Realisierung der Initiative „Frauen stärken“ 50.000 Euro in die Hand.

Damit Familie und Beruf in Zukunft besser vereinbart werden können, muss auch die Kinderbetreuung weiter ausgebaut werden, darüber ist sich Landesrätin Barbara Schwarz im Klaren: „Wir haben beim Ausbau der Kinderbetreuungsplätze für Kinder unter 2,5 Jahren Aufholbedarf. 2016 wird daher mehr als eine Kleinkinderbetreuungsgruppe pro Woche eröffnet.“

SPÖ NÖ unterstützt „Frauendialog. Arbeitszeit. Arbeitswert“

„Die Situation für Frauen auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt. Wir laden daher Frauen zum Dialog ein, da wir wollen, dass auch in Zukunft die soziale Sicherheit gewährleistet wird“, sagt SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende Elvira Schmidt heute im Rahmen eines Pressegesprächs mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner und Landesparteivorsitzenden Matthias Stadler.

Aus diesem Grund wird die SPÖ Niederösterreichs den bundesweiten Frauendialog zum Thema Arbeit unterstützen. Ideen und Forderungen von Frauen werden bei Veranstaltungen, Dialogforen und Straßenaktionen gesammelt und diskutiert. Im Herbst werden die Ergebnisse dieses Diskussionsprozesses mit den heimischen Frauen bei der SPÖ-Bundesfrauenkonferenz präsentiert und darauf basierende Maßnahmen beschlossen.

Weibliche Hollywoodstars und
Niederösterreicherinnen haben Gemeinsamkeit

Beim Auftakt der Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Respekt für Frauen“, anlässlich des Internationalen Frauentags, stellte die Landesleiterin der ÖVP-Frauenorganisation „Wir Niederösterreicherinnen“, Landesrätin Petra Bohuslav, folgende Frage: „Was haben weibliche Stars der Hollywoods und österreichische Arbeitnehmerinnen gemeinsam?“

Die Antwort war: „Dass sie trotz gleicher Leistung weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen.“ Im Rahmen der Veranstaltung kritisiert die Organisation, dass Chancengleichheit immer noch ein plakatives Schlagwort ist und fordert Respekt für die Leistung der Frauen am Arbeitsmarkt, aber auch in der Familie oder der Politik.