Erstellt am 21. Oktober 2015, 06:32

von Martin Gebhart

ÖVP: Schlüsselübergabe im Haus 2.1. Landesparteivorstand entschied sich einstimmig für Bernhard Ebner als Nachfolger von Gerhard Karner.

Landeshauptmann Erwin Pröll mit dem scheidenden Landesgeschäftsführer Gerhard Karner und dessen Nachfolger Bernhard Ebner.  |  NOEN, zVg

Am Montag war endgültig Schluss: Da übergab Gerhard Karner sein Büro in der ÖVP-Landesparteizentrale Haus 2.1. an seinen Nachfolger Bernhard Ebner. Der war wenige Tage zuvor einstimmig im Landesparteivorstand zum neuen ÖVP-Landesgeschäftsführer bestellt und anschließend von Landeshauptmann Erwin Pröll der Öffentlichkeit präsentiert worden. Pröll: „Bernhard Ebner ist ein Polit-Profi mit Management-Qualitäten und Kommunikations-Kompetenz. Er kennt die Parteistruktur von allen Seiten.“

Bernhard Ebner (42) war zuvor bereits Kommunal- und Organisationsreferent der Landespartei gewesen. Seit 2013 führte er an der Seite von Landesobmann Wolfgang Sobotka den NÖAAB, wo er in der politischen Konfrontation – wenn notwendig – nicht zimperlich war.

Das wird sich nicht ändern, wie er bei seiner Präsentation, bei der er vollsten Einsatz gelobte, deutlich machte. Vor allem mit dem Satz: „Wer sich gegen das Land oder den Landeshauptmann stellt, der bekommt es künftig mit mir zu tun.“ Was rasch für politische Reaktionen sorgte. So ortete die FPÖ, dass Ebner wohl ein Kraftpulverl eingenommen habe. Landesparteisprecher Christian Hafenecker: „Ob Landeshauptmann Pröll für seine neueste Anschaffung auch den Kampf-Hundeführerschein benötigt, wird sich weisen.“ Die Sozialistische Jugend postete Ebner auf Facebook gar als Boxer. Seine SPÖ-Gegenüber Landesgeschäftsführer Robert Laimer hingegen reagierte emotionsloser: „Ich habe da keine Vorurteile, er ist jetzt in einer neuen Funktion. Ich werde mich sicher bald mit ihm treffen und da werden wir schon das eine oder andere zu besprechen haben.“

Als Landesgeschäftsführer wechselt Bernhard Ebner vom Bundesrat in den Landtag. Die Angelobung findet am Donnerstag im Landtagssitzungssaal statt, wo auch Gerhard Karner zum 2. Landtagspräsidenten gewählt wird. Angelobt wird weiters Sandra Kern, die von Ebner überraschend reibungslos das Bundesratsmandat übernimmt. Sie folgt ihm auch als Landesgeschäftsführerin des NÖAAB.

Sandra Kern folgt Ebner im NÖAAB

Die Kremserin war ebenfalls in der Landespartei tätig gewesen, ehe sie in das Team von ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner gewechselt war. Von dort war sie wieder nach Niederösterreich in den Zuständigkeitsbereich von Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka zurückgekehrt. Dass innerhalb von zwei Tagen die Personalfrage in der Landespartei und im NÖAAB – jeweils einstimmig – geklärt worden war, begründete Sobotka bei der Präsentation von Kern so: „Rasches Handeln war notwendig. Es ist wichtig, die thematische Arbeit des NÖAAB nicht ruhen zu lassen.“ Und über Sandra Kern sagte er: „Sie kennt Niederösterreich, sie kennt unsere Gemeinden, sie kennt unsere Funktionäre.“

Kern selbst dankte bei diesem Anlass auch ihrem Ex-Chef Gerhard Karner, der ihr in der Landespartei gelehrt hatte, einen eigenen Weg zu gehen, „auch wenn er nicht immer der einfachste war“.

Übrigens: Die Rochade im NÖ Landtag und im Bundesrat bewirkt, dass es nun erstmals in NÖ eine Gemeinde gibt, die gleich zwei ÖVP-Landtagsabgeordnete stellt: Allhartsberg im Bezirk Amstetten. Neben Bernhard Ebner ist dort Anton Kasser im NÖ Landtag. Und beide Politiker sitzen auch im Gemeinderat, Kasser als Bürgermeister, Bernhard Ebner als einfacher Gemeindemandatar.