Erstellt am 23. Januar 2018, 17:56

von APA Red

Landbauer stellt Mitgliedschaft bei "Germania" ruhend. Udo Landbauer, FPÖ-Spitzenkandidat bei der NÖ Landtagswahl, hat auf den "Falter"-Bericht "entsetzt" reagiert.

Udo Landbauer  |  APA (AFP/Archiv)

Er sei "schockiert über jene Text- und Liedpassagen, welche heute zum Gegenstand politischer Diskussionen geworden sind. Als dieses Buch gedruckt wurde, war ich elf Jahre alt. Ich erhalte davon heute zum ersten Mal Kenntnis und ziehe auch sofort die notwendigen Konsequenzen".

"Im Konkreten bedeutet dies, dass ich meine Mitgliedschaft in diesem Bund ("Germania zu Wiener Neustadt")umgehend ruhend stelle und die Einsetzung einer Untersuchungskommission mit allen auch rechtlichen Konsequenzen fordere, um diese skandalöse Angelegenheit restlos und umfassend zu klären, gegebenenfalls auch vor Gericht", hieß es in der Stellungnahme.

"Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind etwas sehr Hässliches und müssen auch nur in der kleinsten Dosis entschieden verurteilt und bekämpft werden", betonte Landbauer. Gerade er, der selbst Migrationshintergrund habe, habe weder in der FPÖ noch in seinem Bund in den vielen Jahren seines Wirkens auch nur das geringste Maß an Fremdenfeindlichkeit oder Antisemitismus wahrgenommen. "Umso schmerzhafter ist es, wenn jetzt fünf Tage vor der niederösterreichischen Landtagswahl ein Bild erzeugt wird, das weder zu mir als Person, noch zur FPÖ, oder auch meinem Umfeld passt." Er wolle und werde "persönlich mit Nachdruck die Klärung dieser Angelegenheit vorantreiben und nicht den leisesten Zweifel zurücklassen, dass weder ich, noch die FPÖ mit Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Totalitarismus, auch nur das Geringste am Hut haben".

Unterstützung für Landbauer kam von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, der der Zeitung "Inszenierung" vorwarf: Es sei "mehr als durchsichtig, wenn das linksextreme Wiener Nischenmagazin 'Falter' unseren untadeligen niederösterreichischen Kandidaten Udo Landbauer anpatzen will, indem man ihm die Mitverantwortung für eine 20 Jahre alte Geschichte andichten möchte".

Wer Landbauer kenne, wisse, dass er mit Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Totalitarismus "nicht das Geringste zu tun hat", so Vilimsky in der Aussendung. "Wenn irgendwelche Wirrköpfe vor 20 Jahren Liedtexte publiziert haben, die auf das schärfste zu verurteilen sind, dann soll und muss dem auch heute nachgegangen werden." Es sei selbstverständlich, dass Landbauer hier eine penible Untersuchung angekündigt habe, die alle Facetten dieser Causa schonungslos aufdecken müsse.

Er lege für Landbauer die Hand ins Feuer, meinte der Generalsekretär. Dieser sei "als Mensch und Politiker beseelt, für seine Heimat Niederösterreich und seine Landsleute positiv einzutreten. Ihm etwas anzudichten, was bei ihm nicht einmal ansatzweise der Fall ist, wird ohne jeglichen Erfolg bleiben und sich noch vor dem Wahltag in Luft auflösen", zeigte sich Vilimsky überzeugt.

Scharf in Richtung "Falter" äußerte sich auch FPÖ-Landesparteisekretär Christian Hafenecker, der die "Hatz" auf Landbauer als "linkes Scherbengericht" bezeichnete. "Was hier von Seiten der linksextremistischen Falter Redaktion abgezogen wird, hat nicht einmal die SPÖ mit ihrem Dirty-Campaigning-Experten zuwege gebracht. Wenn es darum geht, an unbescholtenen FPÖ-Politikern Rufmord zu begehen, werden wie gewohnt alle Register gezogen". Es bestehe keinerlei Zusammenhang zwischen diesem Pamphlet und Landbauer, der sich ebenso wie die FPÖ NÖ gegenüber rechtsextremem Gedankengut immer klar und konsequent abgegrenzt habe.