Erstellt am 25. Januar 2018, 04:48

von Walter Fahrnberger und Daniel Lohninger

Die Wahlziele der Parteien. Die Spitzenkandidaten zur Landtagswahl sehen Gegensätze, aber auch Gemeinsamkeiten.

Die Spitzenkandidaten Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Franz Schnabl (SPÖ), Udo Landbauer (FPÖ), Helga Krismer (Grüne) und Indra Collini (NEOS) diskutierten mit den beiden NÖN-Chefredakteuren Daniel Lohninger und Walter Fahrnberger über die politische Zukunft des Landes. Bei der Wahl am kommenden Sonntag wird diese entschieden.   |  Erich Marschik

Am Sonntag ist es so weit. Dann sind die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher aufgerufen, ihre Vertreter im Landtag zu wählen. Davor stellten sich im NÖ Pressehaus die fünf Spitzenkandidaten der Parteien den Fragen der NÖN-Chefredakteure. Dabei legten die Parteien noch einmal ihre Ziele für den 28. Jänner dar.

Landeshauptfrau und ÖVP-Spitzenkandidatin Johanna Mikl-Leitner betonte erneut, dass für sie die Zeit der absoluten Mehrheiten vorbei sei: „45 Prozent wäre für die ÖVP schon ein sensationelles Ergebnis.“ Nach neun Monaten im Amt bat sie die Wähler um einen Vertrauensvorschuss. Franz Schnabl von der SPÖ ist erst seit Herbst Landesrat. Sein Ziel ist, die VP-Absolute zu brechen und mit der SPÖ stärker zu werden.

"Der Einzug ist das Ziel"

Eine Verdoppelung des Ergebnisses von 2013 (damals 8,2 Prozent) sieht FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer als realistisches Ziel. Erstmals im Wahlkampf sprach bei der NÖN-Diskussionsrunde Helga Krismer (Grüne) ihre konkrete Vorstellung für den Wahlsonntag aus: „Der Einzug ist das Ziel.“ Dafür sind vier Prozent der Stimmen nötig.

Auch die NEOS wollen diese Hürde schaffen. Wohl aufgrund der Konkurrenz der beiden Kleinparteien und der schweren Ausgangssituation der Grünen nach dem Aus im Nationalrat, war Krismer besonders angriffslustig. Sie beschuldigte Indra Collini, die mit den NEOS erstmals um den Einzug in den Landtag kämpft, dass ihr Wahlkampf von Unternehmern gesponsert sei, was Collini auf das Schärfste zurückwies. Der Forderung Krismers, die Parteienförderung von einer Frauenquote abhängig zu machen, konterte Udo Landbauer: „Das ist höchst undemokratisch.“

Ob die Kandidaten durchaus auch Inhalte der Mitbewerber schätzen, wurde ebenso abgefragt. Mit zum Teil überraschenden Ergebnissen. Landeshauptfrau Mikl-Leitner findet gut, dass ihre Mitbewerber für den digitalen Wandel und zur Breitbandoffensive stehen. Das 365-Euro-Ticket der Grünen gefällt der SPÖ. Udo Landbauer (FPÖ) heißt sogar eine Forderung der Grünen gut – nämlich jene für Antrag und Anfragerecht von kleineren Parteien. Die Grünen sind bei manchen wirtschaftlichen Belangen mit der ÖVP auf einer Linie. Die NEOS schätzen wiederum das Anliegen der Grünen nach Kontrolle.