Erstellt am 23. Mai 2017, 02:35

von Walter Fahrnberger

Studenten als Wahlmuffel. SPÖ-Studenten legten an Fachhochschulen und Unis in Niederösterreich zu. Wahlbeteiligung noch schlechter als bundesweit.

An der FH St. Pölten gaben niederösterreichweit mit 24,2 Prozent die meisten Studenten bei der ÖH-Wahl ihre Stimme ab.  |  Wodicka

Mit einem Plus von 5,6 Prozent ist der Verband der Sozialistischen Studenten (VSStÖ) bei der Bundesvertretung der Wahlsieger bei den diesjährigen Wahlen der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH). „Ein starker Vertrauensbeweis für die Arbeit des VSStÖ auf allen Ebenen“, jubelte auch der designierte SPÖ-NÖ Vorsitzende Franz Schnabl über Zugewinne in allen blau-gelben FHs, Unis und der Pädagogischen Hochschule Wien/Krems.

Mit 20,5 Prozent halten die roten Studenten bundesweit zwölf der insgesamt 55 Mandate und sichern der bisherigen linken Koalition – mit GRAS (Grüne und alternative Studenten) und FLÖ (Fachschaftslisten) weiter die Mehrheit.

"Es sind an den Wahltagen nur wenige physisch anwesend"

Die meisten Stimmen bekam aber erneut die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) mit 26,4 Prozent bzw. 16 Mandaten. Die AG (-0,4 %) verlor genauso wie die GRAS (-4,4 %). Bei beiden Listen war im Vorfeld für Aufregung gesorgt. Von AG-Mitgliedern wurden antisemitische Witze in einer Chatgruppe bekannt. Der Streit zwischen der GRAS und den Grünen Studierenden, die von den Jungen Grünen unterstützt wurden, endete für Letztere sogar mit dem Parteiausschluss. Ernüchternd war heuer einmal mehr die Wahlbeteiligung. Nicht einmal ein Viertel der Studenten haben an den drei Wahltagen ihre Stimme abgegeben. So wenige wie noch nie.

Ein Umstand, der sich bei den Hochschulen in Niederösterreich sogar noch stärker bemerkbar gemacht hat. So ging in Krems von insgesamt 13.000 Studierenden nicht einmal jeder Zehnte zur Wahlurne.

An der Donau-Uni machten nur 2,8 Prozent der 6.500 Studierenden von ihrem Wahlrecht Gebrauch. „Es sind an den Wahltagen nur wenige physisch anwesend“, kennt Astrid Kurzmann den Grund. Die Vorsitzende von „DU“, der Unabhängigen Vertretung der Studierenden an der Donau-Uni, erreichte heuer mit ihrer Liste die absolute Mehrheit. Als 2015 erstmals an der Donau-Uni gewählt wurde, trat „DU“ alleine an. Diesmal buhlten auch Ableger des VSStÖ (27,4 %) und der AG (20,4 %) um Stimmen. An der IMC Fachhochschule Krems siegte die AG (36,7 %) klar vor der GRAS (17,5 %) – die Wahlbeteiligung lag bei 18 Prozent.

Die höchste Wahlbeteiligung in NÖ wurde mit 24,2 Prozent in der FH St. Pölten erreicht. Dort sicherte sich die GRAS ein Drittel der Stimmen und Platz eins vor dem VSStÖ. Nur acht Prozent gingen in der Fachhochschule Wr. Neustadt zur ÖH-Wahl. Dort blieb die ÖVP-nahe AG trotz Verlusten die stimmenstärkste Gruppierung.