Erstellt am 30. Januar 2018, 02:40

von Walter Fahrnberger und Daniel Lohninger

Auch der Kanzler jubelte mit. Kurz sprach von „sensationellem Wahlsieg“ von Johanna Mikl- Leitner. Diese sieht ihre Arbeit bestätigt.

Großer Jubel nach der ersten Hochrechnung. Im Büro von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner freuten sich Ehemann und Tochter genauso wie Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll und die Crew der Volkspartei über die Verteidigung der absoluten Mehrheit.  |  Marschik

„2013 war hier nicht so viel los“, sagt einer der Reporter, als er mit Dutzenden Kollegen und Kameraleuten auf Einlass ins Büro von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zur ersten Hochrechnung um 17 Uhr wartet. Im Vergleich zu 2013 hat sich der Andrang von TV-Stationen und Journalisten augenscheinlich massiv erhöht. Dass die ÖVP die absolute Mehrheit hält, ist zu diesem Zeitpunkt schon wahrscheinlich. Das weiß wohl auch Bundeskanzler Sebastian Kurz, der bereits bei der ersten Hochrechnung neben Mikl-Leitner auf der Couch sitzt.

„Dieser sensationelle und persönliche Wahlsieg geht weit über das Erwartbare hinaus“, sagt er ein paar Minuten später.

Absolute Mehrheiten seien nicht mehr möglich. Mit dieser Ansage hatte Mikl-Leitner im Wahlkampf wahrscheinlich auch viele ÖVP-Funktionäre überrascht – und dafür nicht nur den Blick in andere Bundesländer, sondern auch ins Ausland bemüht. Aber Niederösterreich ist anders, das zeigte sich auch an diesem Wahlabend. Entscheidend dafür war in erster Linie Mikl-Leitners eigene Performance. Jeder dritte Wähler machte sein Kreuzerl bei der ÖVP nur wegen Mikl-Leitner.

"Ich sehe dieses Ergebnis als Bestätigung"

Bereits die letzten Umfragen vor der Wahl zeigten, dass es der 53-Jährigen innerhalb von nicht einmal einem Jahr gelungen war, die mäßigen Beliebtheitswerte als Innenministerin vergessen zu machen. Zuletzt hatten bereits 82 Prozent der Niederösterreicher eine gute Meinung von ihr. Der zweite entscheidende Faktor für den ÖVP-Erfolg war das völlige Fehlen einer Wechselstimmung. Mehr als zwei Drittel der Niederösterreicher denken, dass sich ihr Land in die richtige Richtung entwickelt, zeigte die von der NÖN beauftragte Umfrage bei Peter Hajeks Institut Public Opinion Strategies. Jene Umfrage, die auch die VP-Absolute und den Einzug von Grünen und NEOS prognostiziert hatte.

„Ich sehe dieses Ergebnis sowohl als Bestätigung meiner bisherigen Arbeit als auch als Vertrauensvorschuss“, erklärte Mikl-Leitner am Wahlabend. Das im Wahlkampf angekündigte Miteinander soll die Leitlinie für die nächsten fünf Jahre sein, wobei Mikl-Leitner klarmachte, dass es mit einem Landesrat Udo Landbauer kein Regierungsübereinkommen geben werde. Schützenhilfe erhielt sie dabei noch am Wahlabend von ihrem Vorgänger. „Niederösterreich ist ein fortschrittliches und weltoffenes Land. Wir brauchen diese Schatten aus der Vergangenheit nicht“, stellte Erwin Pröll im St. Pöltner Lokalsender p3TV klar. Er forderte zugleich sowohl Vizekanzler Heinz Christian Strache als auch Bundeskanzler Sebastian Kurz auf, diese „ewiggestrigen Töne aus diesem Land“ zu verbannen – also Landbauer zum Rücktritt zu bewegen.

Wie die künftige Regierungsmannschaft der ÖVP aussieht, wird sich in den nächsten Tagen weisen. Klar ist, dass Mikl-Leitner „sobald wie möglich wieder arbeiten will – der Wahlkampf ist aus“. Fix ist derzeit nur, dass das Amt des Ersten Landtagspräsidenten frei wird. Hans Penz zieht sich aus der Politik zurück.

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