Erstellt am 18. Oktober 2016, 03:13

von Martin Gebhart

Schlagabtausch über AK-Beratung. ÖVP kritisiert, bei AK-Beratung sei ÖGB-Mitgliedschaft gefordert worden. AK weist das zurück.

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Ein Tageszeitungsbericht über eine insolvente Firma im Bezirk St. Pölten sorgt für einen Schlagabtausch zwischen dem NÖAAB und der Führung der NÖ Arbeiterkammer.

In dem Bericht wird kritisiert, dass Mitarbeitern, die eine AK-Beratung in Anspruch nehmen wollten, mitgeteilt worden war, dass sie zuerst ÖGB-Mitglieder werden müssten.

Für NÖAAB-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern ist das inakzeptabel: „Die Arbeiterkammer ist die gesetzliche Interessensvertretung, für die alle Arbeitnehmer Pflichtbeiträge zahlen. Dafür erwarten sie zurecht umfassende und kompetente Beratung und Vertretung, ohne genötigt zu werden, bei der Gewerkschaft ein zweites Mal Beiträge zahlen zu müssen.“

Und ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner legt noch nach und attackiert den Präsidenten der NÖ Arbeiterkammer, Markus Wieser: „Herr Wieser scheint die Trennung zwischen AKNÖ- und ÖGB-Niederösterreich-Präsidentenamt nicht hinzubekommen. Als nächstes will er noch als SPÖNÖ-Präsidiumsmitglied vor etwaigen Beratungen das Parteibuch prüfen.“

Seitens der Arbeiterkammer weist Direktor Helmut Guth die Behauptungen zurück: „Den Bericht vom 12. Oktober 2016, in dem die Behauptung aufgestellt wird, Beratungsleistung der AK seien von der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft abhängig, weise ich als verantwortlicher Direktor der AK Niederösterreich als völlig haltlos und falsch zurück.

In der AK Niederösterreich garantieren wir allen unseren Mitgliedern ausnahmslos bestmögliche Beratung und Vertretung.“ Man habe den Fall natürlich überprüft und es habe keine Beschwerden gegeben.

Natürlich würden AK und ÖGB eng zusammenarbeiten. Keineswegs würden Beratungsleistungen der AK eine Mitgliedschaft beim ÖGB bedingen. Guth: „Ich verwehre mich dagegen, dass die erfolgreichen Beratungs- und Vertretungstätigkeiten der AK diffamiert werden.“