Erstellt am 28. Juni 2016, 07:09

von Martin Gebhart

Grasl setzt alles auf eine Karte. Neben Alexander Wrabetz wird sich auch der Kremser Richard Grasl um die Funktion des ORF-Generaldirektors bewerben.

Richard Grasl bewirbt sich um den Posten des ORF-Generaldirektors.  |  NOEN, APA

Seit der Vorwoche ist es fix: Der derzeitige Finanzdirektor des ORF, der 43-jährige Kremser Richard Grasl, wird sich am 9. August der Wahl zum ORF-Generaldirektor stellen und dabei gegen Alexander Wrabetz antreten. Die Entscheidung liegt dann in der Hand des 35-köpfigen ORF-Stiftungsrates.

Richard Grasl kennt den ORF von beiden Seiten: Als Journalist, wo er von 2002 bis 2009 Chefredakteur des ORF Niederösterreich gewesen war, und seit 2009 als kaufmännischer Direktor. Und er weiß auch um die Kraft der Landesstudios.

Mit seiner Ankündigung, um die Führung im ORF zu rittern, setzt Grasl alles auf eine Karte. Alexander Wrabetz hat bereits angekündigt, dass er nicht mehr mit Grasl zusammenarbeiten will, sollte er erneut ORF-Generaldirektor werden.

Noch vor der eigentlichen Ausschreibung, die diese Woche erfolgt, haben beide in einigen Bereichen bereits ihre Themen abgesteckt. So will Alexander Wrabetz auf der Alleingeschäftsführung beharren, während Richard Grasl die Geschäftsführung zu einem Kollegialorgan umgestalten möchte, wo dann Entscheidung gemeinsam im Team getroffen werden.

Auch bei der Programmgestaltung will Grasl den ORF neu positionieren, während Wrabetz die momentane Programmierung grundsätzlich nicht in Frage stellt. Weitere Punkte sind die Redakteursrechte, bei denen die beiden nicht einer Meinung sind.

Kurz war übrigens angedacht worden, dass sich die beiden Kandidaten einem öffentlichen Hearing stellen. Das ist wegen rechtlicher Bedenken allerdings bereits wieder vom Tisch. Stattdessen soll es nun eine öffentlich übertragene Präsentation am Vortag der Wahl geben – ohne Frage- und Antwortmöglichkeit.