Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:03

von Martin Gebhart

Papst verlängert Küngs Amtszeit. Bischof Klaus Küng über Pläne und Projekte, die er noch verwirklichen möchte.

 |  NOEN, Rupprecht@kathbild.at (Franz Josef Rupprecht)
Am 17. September, an seinem 75. Geburtstag, hatte St. Pöltens Bischof Klaus Küng das kirchenrechtlich vorgeschriebene Rücktrittsangebot an Papst Franziskus abgeschickt. Relativ rasch ist nun im Vatikan die Entscheidung gefallen, wie es in der Diözese weitergehen soll.

Über die Nuntiatur erhielt Bischof Küng die Mitteilung, dass sein Rücktrittsangebot „nunc pro tunc“ („jetzt für dann“) angenommen worden ist. Gleichzeitig wurde die Amtszeit um ein weiteres Jahr verlängert, wodurch Ende 2016 das Verfahren zur Neubestellung eines Diözesanbischofs beginnen kann. Bischof Küng zu dieser Botschaft: „Ich bin dankbar für diese Entscheidung, auch für die Klarheit der Vorgangsweise. So kann man sich in etwa auch zeitlich darauf einstellen.“

„Gott sei Dank, dass er mir eine zähe
Natur und eine gute Portion Optimismus
geschenkt hat.“
Bischof Klaus Küng über
seinen Amtsverbleib

Im Schreiben der Nuntiatur werden als Gründe für die Amtsverlängerung um ein weiteres Jahr die „gute Gesundheit“ und „ordentliche Führung der Diözese“ genannt, die Papst Franziskus zu dieser Entscheidung bewogen haben.

Wobei Bischof Klaus Küng für die verbleibende Zeit im Amt schon Pläne hat, wie er gegenüber der NÖN darlegte. Küng: „Ein großes Anliegen ist mir, dass wir das von Papst Franziskus ausgerufene außerordentliche Heilige Jahr in der Diözese möglichst gut nützen. Das hilft, Schritte der Erneuerung zu setzen, wie sie dringend nötig sind.

Bis zuletzt werde ich darum ringen, zu erreichen, dass es wenigstens in manchen Belangen zur Verbesserung der Sakramentenpastoral kommt. Außerdem wird uns in der nächsten Zeit sicher die Flüchtlingsfrage weiter beschäftigen.“ Gleichzeitig will Bischof Klaus Küng, der nun seit 2004 an der Spitze der Diözese St. Pölten steht, noch einige Projekte in diesem Jahr starten.

Neues Leitbild für die Hochschule

„Sehr am Herzen liegt mir ein Projekt, das ich vor kurzen mit Hilfe einiger junger Leute initiiert habe: Es handelt sich um einen Versuch, eine Art Jugendmission in Bewegung zu bringen.

Das Ziel besteht unter anderem darin, in mehreren Regionen der Diözese Gebetskreise und Gruppen zu gründen, die sich mit Fragen des Glaubens auseinandersetzen. Ein anderes Projekt betrifft die Erstellung eines neuen, auf die Bedürfnisse der Gegenwart und Zukunft ausgerichteten, Leitbildes für unsere Philosophisch-Theologische Hochschule in St. Pölten“, so der Bischof. Dazu kommen noch einige Bauvorhaben, die sich bereits in Planung befinden oder angedacht sind.

Und wie empfindet er seinen Amtsverbleib: „Gott sei Dank, dass er mir eine zähe Natur und eine gute Portion Optimismus geschenkt hat. So bin ich eigentlich zuversichtlich.“ Übrigens: Auch nach dem Jahr wird Bischof Klaus Küng noch weitere Zeit im Amt bleiben, da das Verfahren zur Neubestellung eines Diözesanbischofs erfahrungsgemäß einige Zeit in Anspruch nimmt.

Der kirchenrechtliche Ausdruck „nunc pro tunc“, der im Schreiben der Nuntiatur verwendet wird, bedeutet, dass die Annahme des Rücktritts erst dann in Kraft tritt, wenn ein neuer Diözesanbischof das Amt übernimmt. Bis dahin bleibt der regierende Bischof mit allen Rechten und Pflichten eines Diözesanbischofs in seinem Amt.

Zur Person

Geboren am 17. September 1940 in Bregenz, aufgewachsen in Feldkirch als Sohn des Stadtarztes Josef Küng. Nach der Schule trat Bischof Klaus Küng zunächst in die Fußstapfen seines Vaters, indem er in Innsbruck und Wien Medizin studierte, wo er 1964 promovierte. Bereits 1960 lernte er das Opus Dei kennen. 1961 schloss er sich der Prälatur Opus Dei an.

Seiner inneren Berufung folgend ging er. - vier Jahre an die Lateranuniversität in Rom, wo er sein Theologiestudium mit Lizentiat und Doktorat abschloss. Am 23. August 1970 wurde Bischof Klaus Küng in Madrid zum Priester geweiht. Am 21. Jänner 1989 bestellte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Feldkirch. Die Bischofsweihe fand am 5. März statt. Mit 20. Juli 2004 wurde Bischof Küng zum Apostolischen Visitator für die Diözese St. Pölten bestellt und mit 7. Oktober zum Diözesanbischof ernannt.