Erstellt am 28. September 2015, 09:29

von Martin Gebhart

Politische Randnotizen. Martin Gebhart über Konflikt um eine Fürbitte & neuen Job für Kranzl.

Martin Gebhart Politische Randnotizen NÖN-Wand  |  NOEN, Karl Stadler

Konflikt um eine Fürbitte.

Die Landtagsabgeordneten hatten ihre Herbstsitzungen traditionsgemäß mit einem Gottesdienst in der Landhauskapelle begonnen. Diese Messe spielte dann in einer Landtagsdebatte eine Rolle. SP-Mandatar Rupert Dworak hatte bei der Diskussion über die Asylpolitik auf eine Fürbitte verwiesen, die FP-Mann Erich Königsberger in der Messe gelesen hatte. Und er sprach von Heuchelei, weil Königsbergers Rede zu Asyl eine ganz andere Tendenz als die Fürbitte habe.

Was wiederum FP-Klubobmann Gottfried Waldhäusl erzürnte, weil Dworak damit ein Tabu gebrochen habe. Waldhäusl nannte Dworak deswegen einen „falschen, dummen Judas“. Das wolle er erst wieder zurücknehmen, wenn sich Dworak im Landtag für seine Äußerung entschuldige. Letztendlich musste VP-Landtagspräsident Hans Penz in dieser Sache dann nicht mehr aktiv werden, weil Dworak und Waldhäusl in einem Vier-Augen-Gespräch den Konflikt beilegten.

Konflikt in der Liste Frank.

Beim internen Streit der Liste Frank (Team Stronach) werden wohl auch Vieraugengespräche nichts mehr nützen. Klubobmann Ernest Gabmann war verärgert, dass Walter Laki im Vorfeld der Landtagssitzung die politische Öffentlichkeitsarbeit bei Konflikten mit anderen Parteien für sich vereinnahmt hatte.

Und Walter Laki reagierte darauf, dass Gabmann bei der Halbzeitbilanz des Landtags als Klubobmann der Liste Frank allein zu Wort gekommen war, mit einer Aussendung, wo er klarstellte, dass Gabmann für ihn nicht reden könne. Was schwierig wird, wenn Gabmann in der Präsidiale sehr wohl für die Liste Frank mit den anderen Klubobleuten am Tisch sitzt.

Laki will Pröll als Kanzler.

Landeshauptmann Erwin Pröll war selbst im Sitzungssaal anwesend, als er von Team-Stronach-Mandatar Walter Laki ein unerwartetes Lob erhielt. Dieser begrüßte die Auflösung des Bezirkes Wien-Umgebung und attestierte dem Landeshauptmann im Gegensatz zu SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann die Kraft für Verwaltungsreformen, die auf Bundesebene notwendig wären. Wobei ein Vorschlag von Laki für besonderes Schmunzeln sorgte: NÖ solle sich im Zuge einer Verwaltungsreform Wien einverleiben.

Grüne gegen „Wiener“.

Die Klubobfrau der Grünen, Helga Krismer, ließ bei der Debatte um die Auflösung des Bezirks Wien-Umgebung mit einer Argumentation aufhorchen: Sie sei grundsätzlich dafür, weil sie habe nie verstanden, dass ein Bezirk in NÖ „Wien“ in seinem Namen hat. Woraufhin alle Blicke sofort zu ÖVP-Klubobmann Klaus Schneeberger gerichtet waren, dem Bürgermeister von „Wiener“ Neustadt.

Christa Kranzl unterrichtet.

Die englische Middlesex University will in Österreich einen praxisorientierten Studiengang mit akademischem Abschluss anbieten. Thema: „Political Management“. Eine Vortragende dabei soll Christa Kranzl sein, die ehemalige SPÖ-Staatssekretärin und SPÖ-Landesrätin. Mit dabei auch die ehemalige FP-Nationalratsabgeordnete Theresa Zierler.