Erstellt am 09. Februar 2018, 11:28

von NÖN Redaktion

2722 Ältere erhielten Beschäftigung durch Aktion 20.000. Sozialministerin Hartinger will in den kommenden Woche die Entscheidung über Ende oder Fortsetzung des Projekts treffen.

Beate Hartinger-Klein  |  BKA/Sozialministerium

Die Aktion 20.000, mit der ältere Arbeitslose über 50 Jahren zu geförderten Jobs kommen und die in Niederösterreich im Bezirk Baden als Politprojekt gestartet worden ist, wurde von der türkis-blauen Bundesregierung zwar zum Jahreswechsel 2017/18 kurzfristig gestoppt.

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) überrascht aber jetzt damit, dass die Aktion noch nicht endgültig zum Auslaufmodell wird. In den kommenden Wochen werde über die Fortführung oder das Ende eine Entscheidung getroffen, teilte die Ressortchefin in der Antwort auf eine Dringliche Anfrage der SPÖ im Bundesrat mit.

Insgesamt sollten mit der Aktion österreichweit 20.000 Menschen über 50 Jahre vor allem bei Gemeinden eine geförderte Beschäftigung erhalten, um den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Bis Ende Jänner haben nach den jüngsten Zahlen der Sozialministerin 2722 Betroffene auf diese Weise einen Arbeitsplatz erhalten. Rund 4400 werden es letztlich vorerst werden.

Die Entscheidung über die Zukunft der Aktion 20.000 soll nach einer Evaluierung der bisherigen Entwicklung fallen. Davor ist ein detaillierter Zwischenbericht vorgesehen. Aber Hartinger bekräftigte, dass die Aktion, die im vergangenen Jahr noch von der SPÖ-ÖVP-Regierung mit elf Pilotprojekten gestartet worden ist, bisher nur sistiert sei.

Zuvor 2,9 Jahre arbeitslos

Im Durchschnitt waren die 2722 älteren Personen, die im Rahmen der Aktion einen Job erhalten haben, zuvor 2,9 Jahre beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos vorgemerkt gewesen. Nach Auskunft der Sozialministerin haben inzwischen einige auch ihr Beschäftigungsverhältnis wieder abgebrochen.

Bisher haben 1165 Frauen und 1562 Männer die Aktion 20.000 genützt, darunter waren drei Frauen und 170 Männer, die zwischen 60 und 65 Jahren alt waren. Sie waren unter anderem als Wanderführer und Taxi-Chauffeur im Einsatz.

Die SPÖ läuft seit Wochen Sturm gegen die Einstellung der Aktion 20.000, die im Vorjahr über Betreiben von Bundeskanzler Christian Kern und Sozialminister Alois Stöger (beide SPÖ) gestartet wurde. Damit werde älteren Arbeitslosen eine Lebensperspektive geraubt, beklagt die SPÖ nun nach dem Stopp der Aktion zum Jahreswechsel.