Erstellt am 22. März 2016, 08:04

von Anton Johann Fuchs

Hoffen auf Solidarität der EU-Milchbauern. Agrarministerrat genehmigt freiwillige Lieferbeschränkungen. Ärger über deutsche Butter.

Der niedrige Milchpreis gefährdet die Zukunft der Betriebe, klagen die Milchbauern.  |  NOEN, Weingartner

Zu viel Milch am EU-Markt, die Bauern bekommen in Österreich nur mehr 28 bis 30 Cent pro Kilo Milch – nur eine Lieferreduktion kann den Markt stabilisieren, Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes forderte daher, rechtliche Möglichkeiten für freiwillige Lieferbeschränkungen anzubieten.

Die EU-Agrarminister stimmten in der Vorwoche diesen Forderungen zu. Wird die Solidarität der Milchbauern groß genug sein, dass dies auch greift? „Ja, aber das bedarf natürlich auch einiger Anreize“, sagt Schultes: Agrarkommissar Phil Hogan muss die kartellrechtlichen Rahmenbedingungen schaffen und Finanzmittel zur Verfügung stellen und die Funktionäre müssen dafür die notwendigen Modelle entwickeln.

Ärger über Butter aus deutscher Milch

Dass die Handelskette Spar derzeit Eigenmarken-Butter aus Deutschland anbietet, sorgt für Frust bei Milchbauern: „Unsere 5.444 niederösterreichischen Milchbauern füttern gentechnikfrei und liefern allerbeste Qualitäten“, kritisiert Schultes den Butterimport. „Ich bin von Spar enttäuscht“, verweist er auf die angespannte Marktlage.

NÖ-Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner kündigt im Rahmen der Kampagne „Da schauen wir drauf“ Info-Kundgebungen vor Supermärkten an. Sollten mehr Ketten zu billigen Importprodukten greifen, schließt sie eine Umwandlung der Infoaktion in Protestmaßnahmen des Bauernbunds nicht aus.