Erstellt am 14. September 2015, 10:30

Reaktionen auf Faymann-Interview. EU-Parlamentarier bezweifeln, dass Orban-Kritik zielführend ist.

 |  NOEN, APA

Hohe Wellen schlug am Wochenende die Kritik von SP-Bundeskanzler Werner Faymann an der Flüchtlingspolitik von Ungarns Premierminister Viktor Orban. Faymann hatte in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel gesagt, "Flüchtlinge in Züge zu stecken in dem Glauben, sie würden ganz woanders hinfahren, weckt Erinnerungen an die dunkelste Zeit unseres Kontinents."

Die Reaktionen aus dem EU-Parlament: In der Sache hält die EU-Parlamentsvizepräsidentin Ulrike Lunacek von den Grünen die Kritik an Orbans Flüchtlingspolitik zwar für gerechtfertigt. Aber: Der Nazi-Vergleich passe nicht und mache es für Orban nur leichter, sich darauf einzuschießen, anstatt seine Flüchtlingspolitik zu ändern.

Der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, zweifelt an, dass die Faymann-Aussagen eine Einigung auf EU-Ebene vorantreiben werden. „Politische Auseinandersetzung ja, KZ-Vergleich nein. Ist so EU-Gipfel-Einigung möglich?“ ist Karas’ Reaktion auf Twitter.-ak-