Erstellt am 28. Oktober 2015, 06:47

von NÖN Redaktion

Riesiges Schuldenloch in Wiener Neustadt. Stadt Wiener Neustadt verspekulierte 10,7 Millionen bei Derivatgeschäften.

Schulden. Investitionen der Gemeinden lassen die Pro-Kopf-Verschuldung steigen. Foto: Bilderbox  |  NOEN, Bilderbox
In einem aktuellen Bericht stellt der Rechnungshof der damaligen SPÖ-Stadtführung ein schlechtes Zeugnis aus. Geprüft wurden die Jahre 2010 bis 2013. Das Ergebnis: Vor allem finanziell steht die zweitgrößte Stadt Niederösterreichs mit dem Rücken zur Wand.

Wiener Neustadt sowie ihre Gesellschaften haben bis 2013 Schulden in der Höhe von 391,14 Millionen Euro angehäuft. Kritisiert werden im Bericht hohe Ausgaben, etwa bei freiwilligen Leistungen der Stadt, gleichzeitig hätten die Einsparungsmaßnahmen bei Weitem nicht ausgereicht. Erschwerend kommen Verlustgeschäfte am Finanzmarkt hinzu: Insgesamt schloss die Stadt seit 2005 Derivatgeschäfte mit einem Gesamtvolumen von 123,59 Millionen Euro ab. Laut Rechnungshof gingen die Verantwortlichen dabei hohe Risiken ein, die sich nicht auszahlten – im Gegenteil: 10,7 Millionen Euro wurden in den Sand gesetzt.

Der ordentliche Haushalt konnte jahrelang nur mit Krediten finanziert werden. Die neue Stadtregierung unter ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger muss deswegen jetzt die Zügel anziehen: Rund 15 Millionen Euro müssen pro Jahr eingespart werden.