Erstellt am 03. Juli 2017, 02:08

von Walter Fahrnberger

Heuras: Inklusion in Schulen anheben. Künftig mehr Förderkinder in Regelschulbetrieb, aber Sonderschulen erhalten.

„Gute Ergebnisse in den Pflichtschulen“, bescheinigt Landesschulratspräsident Johann Heuras am Ende des Schuljahres.  |  NOEN, NLK

VP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz: „3.870 Flüchtlinge werden in NÖ-Schulen unterrichtet.“  |  NLK

„Endlich Ferien“ heißt es seit vergangenen Freitag für 180.000 Schülerinnen und Schüler aus Niederösterreich. Und wie die Bilanz von Landeschulratspräsident Johann Heuras und Bildungslandesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) zeigt, haben sich die Kinder und Jugendlichen mit ihren Leistungen die Auszeit redlich verdient.

Im Ausblick steckte Landesschulratspräsident Johann Heuras auch seine Ziele in Bezug auf die Sonderpädagogischen Einrichtungen ab. Insgesamt haben 5,6 Prozent der Kinder sonderpädagogischen Förderbedarf. Zwar setzt sich nach dem NÖAAB und dem Bauernbund nun auch der Gemeindebund für den Erhalt der Sonderschulen, doch soll der Anteil der Inklusion im Regelschulbetrieb angehoben werden. Wichtig sei, dass die Wahlfreiheit für Eltern erhalten bleibt. Man wolle den Weg der Mitte gehen. „Zur Zeit haben wir 52 Prozent Inklusion in Niederösterreich. Das ist ausbaubar“, so Heuras. 75 Prozent wären seiner Meinung nach möglich.

Neu ist ab dem kommenden Schuljahr das Pilotprojekt der täglichen Bewegungseinheit. 233 Klassen aus 60 Schulen aus den vier Statutarstädten St. Pölten, Krems, Waidhofen/Y. Wiener Neustadt und dem Bezirk Hollabrunn sind dabei.

Zurück zur Bilanz. Da wurden in den Pflichtschulen ähnlich gute Ergebnisse erzielt wie im Vorjahr. So haben über 60 Prozent der Schüler der 4. Klasse Volksschule die AHS-Reife erreicht. Dafür müssen die Fächer Deutsch, Lesen sowie Mathematik mit „Sehr gut“ oder „Gut“ abgeschlossen werden. Die fünfte bis neunte Schulstufe haben in den Neuen Mittelschulen rund 43.600 Kinder (96,6 Prozent) positiv absolviert, knapp unter 96 Prozent liegt der Wert in der AHS-Unterstufe.

Deutliche Verbesserung bei der Zentralmatura

Eine merkbare Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr wurde bei den Ergebnissen der Zentralmatura erzielt: „Es zeigt sich, dass sich die Zentralmatura etabliert hat. Die Schüler werden gut vorbereitet“, resümiert Heuras. Ebenso erfreut ist er über den Anstieg bei den Deutschzertifikaten für Flüchtlingskinder von 270 (2016) auf 1.064.

Übrigens: Wie geplant hat die Regierung mit den Stimmen der Grünen das Schulautonomiepaket beschlossen. In NÖ ist man von dem neuen Gesetz wenig begeistert. „Kein großer Wurf“, so VP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz. Landeschulratspräsident Johann Heuras befürchtet, dass nun die Klassengröße auf durchschnittlich 25 Schüler erhöht werden müsse.