Erstellt am 19. Juli 2016, 08:45

von Martin Gebhart

VP will Wahlfreiheit bei Ganztagsschulen. Bundesregierung will Bankengeld für Ausbau der Ganztagsschulen verwenden. Debatte um Nachmittagsbetreuung.

Schule  |  NOEN

Als die Bundesregierung das 750-Millionen-Euro-Paket zum Ausbau der Ganztagsschulen präsentierte, gab es nicht nur Applaus. Vor allem, weil anfänglich nur von verschränkten Ganztagsschulen die Rede war. Das ist jene Form, bei der Unterricht und Freizeit abwechselnd ganztägig in der Schule konsumiert werden. Gefordert wird aber, dass es auch um die bloße Nachmittagsbetreuung geht.

VP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz‘ erste Reaktion auf die Regierungsansage fiel deswegen auch eher skeptisch aus: „Es ist sehr begrüßenswert, mehr Geld in das Bildungssystem und die Betreuung unserer Kinder zu investieren. Die Mittel jedoch nur auf ganztägige Schulformen mit verschränkter Abfolge zu konzentrieren, wo Kinder den ganzen Tag über verpflichtend in der Schule verbringen müssen, kommt für mich nicht in Frage. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Wahlfreiheit für die Eltern ohne Wenn und Aber erhalten müssen, denn sie wissen am besten, welches Betreuungsmodell sie für ihre Kinder bevorzugen.“

„Die Wahlfreiheit ist den Eltern in Niederösterreich sehr wichtig und daher werden wir alles tun, um diese auch zu erhalten.“

Bildungslandesrätin Barbara Schwarz

In NÖ gibt es die Form der verschränkten Ganztagsschule bislang fast gar nicht. Hier wird eher das Modell der Nachmittagsbetreuung bevorzugt. „Für mich ist klar, neue Initiativen müssen sich immer nach dem Bedarf und nach den Wünschen der Familien und Eltern richten und nicht nach parteipolitischer Ideologie. Die Wahlfreiheit ist den Eltern in Niederösterreich sehr wichtig und daher werden wir alles tun, um diese Wahlfreiheit auch zu erhalten“, so Schwarz dazu.

Die Wahlfreiheit wurde schließlich in einem Zusatzschreiben der Regierungsvertreter verankert. Wobei die SPÖ im Land bei den Ganztagsschulen nicht ganz auf der Linie von Schwarz ist. Bildungssprecherin Ilona Tröls-Holzweber will mehr „echte Ganztagsschulen“ mit verschränktem Unterricht. Nur diese böten mehr Chancen gerechtigkeit. Tröls-Holzweber: „Es ist Zeit, alte Pfade zu verlassen und neue zu beschreiten.“