Erstellt am 21. März 2017, 02:43

von Nina Wieneritsch

Schulterschluss für die „Dritte Piste“. Befürworter wehren sich gegen Gerichtsurteil und fordern „Jobs vor Klimaschutz“.

Flughafen-Vorstand Günther Ofner: Rechtsmittel gegen das Urteil.  |  NLK

75.000 Personen sind aktuell am Flughafen Wien-Schwechat beschäftigt. Mit dem Bau der dritten Piste wären es bis zu 30.000 zusätzlich. Zahlen, die das jüngste Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) in den Augen der Flughafen-Betreiber und des NÖAAB noch unverständlicher machen. Wobei man jetzt auch Unterstützung von ÖAAB-Bundesobmann August Wöginger erhält.

Man werde alles unternehmen, dass der Gesetzgeber entsprechende Maßnahmen setzt, denn: „Das öffentliche Interesse nur umweltpolitisch zu begründen, ist falsch“, so Wöginger. Und: „Als Parlamentarier und Bundesobmann des ÖAAB fordere ich ganz klar, Arbeitsplätze müssen Vorrang haben.“

Rückblick: Das Bundesverwaltungsgericht hatte seine Ablehnung des Baus einer dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat damit begründet, dass der dadurch entstehende Anstieg an Treibhausgas-Emissionen nicht im öffentlichen Interesse sei.

Einigkeit herrscht bei Flughafen-Vorstand Günther Ofner – „Wir brauchen Rechtssicherheit für Unternehmen“ – und NÖAAB-Landesobmann Innenminister Wolfgang Sobotka. Die Politik müsse reagieren, Gespräche mit der Regierung würden bereits laufen. Ihre Forderung: Wirtschaftliche Aspekte sollen künftig vorrangig behandelt werden. Am Flughafen würden immerhin 1,7 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts (4,6 Milliarden Euro) erwirtschaftet. Wobei auch Flughafen-Arbeiterbetriebsrat Thomas Faulhuber mitzieht: „Wir werden nicht akzeptieren, dass unsere Arbeitsplätze einfach nach Bratislava abgesiedelt werden.“