Erstellt am 26. April 2016, 05:44

von Martin Gebhart

SP-Empfehlung für Van der Bellen. Matthias Stadler legte sich fest. Keine Empfehlung für die Stichwahl vom Landeshauptmann.

Matthias Stadler bei seiner Stimmabgabe.  |  NOEN, NÖN

Die Wahl ist geschlagen. Die Kandidaten der beiden Regierungsparteien, Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP), waren chancenlos, Norbert Hofer (FPÖ) und Alexander Van der Bellen (Grüne) werden am 22. Mai zur Stichwahl antreten. Überraschend kam dazu noch am Sonntag abends eine Wahlempfehlung vom SPÖ-Landesparteivorsitzenden und St. Pöltner Bürgermeister Matthais Stadler in Richtung Van der Bellen.

Stadler wörtlich: „Für die sich nun abzeichnende Stichwahl zum Amt des Bundespräsidenten zwischen Norbert Hofer und Professor Alexander Van der Bellen, wie sich das in den derzeitigen Umfrageergebnissen abzeichnet, spreche ich eine klare Wahlempfehlung für Alexander Van der Bellen aus, als Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, als Bürger Niederösterreichs und als Historiker.“

Die Ansage überraschte, weil sich selbst SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann zu keiner Empfehlung hinreißen ließ. Genauso wenig andere SPÖ-Landesparteien. Stadler blieb dennoch dabei.

„Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher wissen selbst, was sie wählen werden“, so die Position von ÖVP-Landeshauptmann Erwin Pröll auf die Frage, ob er ebenfalls eine Wahlempfehlung aussprechen werde. Sie würden auch genau wissen, wem sie vertrauen können. Seine Empfehlung nach der verlorenen Wahl ging eher in Richtung der Bundesregierung, endlich zu „reagieren und zu handeln“. Wobei er vor allem SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann in die Pflicht nahm: „Das Ergebnis ist auch Folge von mittlerweile acht Jahren Faymann-Politik. Eine Politik des Verschleppens, des Verzögerns und des Wegduckens.“ Es müsste endlich die Regierung ihr Wahlprogramm Schritt für Schritt abarbeiten. Wobei die Rolle von VP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner da schwer sei. Pröll: „In einer Koalition ist man mitgehangen und mitgefangen.“

„In den nächsten Jahren bleibt 
kein Stein auf dem anderen.“
FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl 
über die Entwicklung hin zu künftigen Wahlen.

Dass das schlechte Abschneiden ein Platzen der Bundesregierung zur Folge haben könnte, glaubt Erwin Pröll nicht: „Die Regierung hat jetzt einen einzigen Auftrag, endlich ordentlich zu arbeiten“, so der Landeshauptmann.

Dass die Rochade von Johanna Mikl-Leitner und Wolfgang Sobotka zu dem Ergebnis beigetragen habe, wies Erwin Pröll strikt zurück. Gerade Niederösterreich habe für den VP-Kandidaten Andreas Khol das beste Länderergebnis zustande gebracht. „In Niederösterreich haben wir zumindest das beste Landesergebnis für Andreas Khol im Vergleich zu allen anderen Bundesländern beigetragen.“ Die VP-Funktionäre hätten im Land jedenfalls vollsten Einsatz gezeigt.

Während die beiden Regierungsparteien den Wahlausgang genau analysierten, sahen sich die Freiheitlichen in ihrem Weg bestätigt. Klubobmann Gottfried Waldhäusl: „Die politische Landschaft beginnt sich mehr und mehr zu verändern, in den nächsten Jahren bleibt kein Stein auf dem anderen!“