Erstellt am 19. Januar 2016, 05:48

von Heinz Bidner

Spezielle Lehre für Erwachsene geplant. Land erarbeitet neue Jobmodelle wie die „Anlehre“. „Teillehre“ wird heuer durchgeboxt.

 |  NOEN, NLK Filzwieser

Berufsbilder verändern sich immer rascher, der Jobmarkt bleibt stark angespannt. Vor allem Menschen ohne abgeschlossener Schul- oder Fachausbildung sind am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen.

„Das Wesentlichste, das wir in den nächsten Jahren zu tun haben, ist, Menschen zu qualifizieren“, meint daher der für den Arbeitsmarkt zuständige NÖ-Landesvize Wolfgang Sobotka (VP).

Das Land will daher mithilfe des Arbeitsmarktservices neue, flexiblere Jobmodelle bis Mitte Februar ausarbeiten. Diese sollen dann gleich in die Praxis umgesetzt werden. Es gehe um drei Beschäftigungsformen, erklärt Sobotka. So werde eine „Anlehre“ für Erwachsene überlegt. Ebenfalls in Planung: Praktika, die über Trägerorganisationen abgewickelt werden und spezielle Modelle für Menschen mit eingeschränkten Qualifikationen – darunter auch Flüchtlinge. Mehr Details könne der Landesvize nicht sagen, da noch alles in Planung sei.

NÖ beginnt auf gut Glück mit „Teillehre“

Ist die Idee einer „Teillehre“, bei der nur Teilbereiche eines klassischen Lehrberufes erlernt werden (etwa Änderungs-Schneider), auch ein Thema? „Die Sozialpartner haben sich dazu schon geeinigt – es liegt am Sozialministerium“, verweist Sobotka auf die Bundesebene. Sollte sich dort nichts bewegen, „werden wir damit heuer auf gut Glück in NÖ beginnen“, sagt der Landesvize. Klar sei jedenfalls, dass man in einem solchen Teillehrberuf weniger verdiene als bei einer vollen Lehrberufsausbildung.

Sobotka kündigt zudem neue Hilfsmaßnahmen für die wachsende Zahl an Jobsuchenden an. Beispielsweise soll die Bildungsförderung weiter regionalisiert werden. Zudem sollen alle EU-Kofinanzierungsmittel für Jobmarktprojekte abgeholt werden. Bis 2020 wären das rund 19,5 Millionen Euro.