Erstellt am 17. Mai 2016, 14:16

SPÖ: Gerald Klug - Der Minister mit dem "na" hat ausgedient. Bescheidene Leistungsbilanz im Verteidigungsministerium, leise letzte Amtszeit im Infrastrukturressort.

 |  NOEN, Manfred Werner / Tsui
Böse Zungen könnten behaupten, Gerald Klug werden als Minister vor allem mit einer sprachlichen Auffälligkeit in Erinnerung bleiben, mit seinem an viele Worte angefügten "na", was auch in der eigenen Partei viele vom "Klug-na" sprechen ließ.

Die Erfolgsbilanz des Steirers im Verteidigungsministerium war bescheiden, in seiner kurzen Zeit im Infrastrukturressort ließ er wenig von sich hören. Dabei begann alles ganz vielversprechend.

Als der von allerlei Pleiten, Pech und Pannen verfolgte Norbert Darabos (SPÖ) nach der verlorenen Wehrpflicht-Volksbefragung 2013 zurück in die Parteizentrale wechselte, atmeten im Heer viele auf, da mit dem zackigen Steirer mit selbst polierten Schuhen und stets best sitzender Kleidung ein Mann das Verteidigungsressort enterte, der perfekt dorthin zu passen schien.

Doch die Anfangseuphorie hielte nicht lange. Nicht nur, dass sich Klug in seiner Zweitfunktion als Sportminister ein wenig gar gerne publikumswirksam in Sportler-Montur warf, merkte man im Heer rasch, dass auch mit dem neuen Mann an der Spitze der Sparkurs nicht zu Ende sein würde.

Zudem machte sich Klug rasch Feinde, als er die Macht vom Generalstab immer mehr in Richtung seiner zivilen Mitarbeiter zog. Das alleine hätte ihm im Verteidigungsressort wohl noch nicht das Genick gebrochen.

Aber dass Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Terror-Angst in ein großes Investitionspaket für die Exekutive ummünzte, Klug dennoch unverdrossen Einsparungen im Militär voranzutreiben gedachte, war dann doch den meisten zu viel.

Absurderweise waren es allerdings die Einsparungspläne bei der Militärmusik, die Klug auch öffentlich in die Bredouille brachten. Zudem hatte er damit auch noch alle Landeshauptleute gegen sich. Geplante Kasernen-Schließungen taten da ihr übriges.

Die vielleicht entscheidende Image-Delle holte sich der Minister mit einer kleinen "Privilegien-Affäre". Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde bekannt, dass sich Klug seinen Chauffeure zu einem beruflichen Termin in die Schweiz kommen hatte lassen, um von diesem zu einem Privatbesuch nach Frankreich kutschiert zu werden.

Rechtlich war alles gedeckt, die Optik aber "alles andere als gut", wie Klug selbst eingestand. Dass er in der Regierung bleiben durfte, als Kanzler Werner Faymann (SPÖ) mit Hans Peter Doskozil neuen Elan in die Sicherheitspolitik bringen wollte, hatte Klug seinen steirischen Parteifreunden und der Gewerkschaft zu verdanken.

Als Infrastrukturminister machte der gelernte Dreher und studierte Jurist dann auch nichts falsch. Genützt hat es ihm nichts. Die Landespartei hatte längst andere Kandidaten für ein Regierungsamt im Visier - darunter der neue Minister Jörg Leichtfried -, umso mehr als sich Klug ziemlich einsam gegen die Neuauflage von Rot-Schwarz allerdings mit ÖVP-Landeshauptmann wandte.

Klug muss gehen und kehrt ins Parlament zurück, diesmal allerdings in den Nationalrat, nachdem er acht Jahre bis zu seiner überraschenden Berufung in die Regierung im Bundesrat gedient hatte, zuletzt auch als SPÖ-Fraktionschef. Mehr Zeit aufwenden kann der 47-jährige Grazer wohl nun für die Familie. Klug ist mit einer Journalistin liiert und Vater einer Tochter im Kleinkind-Alter.
 

Zur Person:

  • Gerald Klug, geboren am 13.11. 1968 in Graz. Vater einer Tochter.
  • Gelernter Dreher, studierter Jurist (Mag. iur.)
  • Sekretär der (Metaller-)Gewerkschaft PRO-GE seit 1990
  • Kammerrat der Arbeiterkammer Steiermark seit 1995
  • Mitglied des Bundesrats von 2005-2013
  • Verteidigungsminister ab März 2013
  • Infrastrukturminister von Jänner bis Mai 2016