Baden , St. Pölten , Wien , Schwechat

Update am 03. Januar 2018, 16:21

von Daniel Lohninger

SP zu Aktion20.000-Aus: „Regierung zerstört Existenzen“.

Franz Schnabl  |  SPÖ NÖ / Herbert Käfer

Mit der Aktion 20.000 wollte die alte SP-VP-Bundesregierung über 50-jährige Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integrieren. In einem Pilotprojekt im Bezirk Baden fanden so seit Juli etwa 100 ältere Arbeitnehmer wieder einen Job. Die Aufrollung des Projekts auf ganz Österreich mit 1. Jänner stoppte die neue VP-FP-Bundesregierung mittels Rundlaufbeschluss.

„Türkis-blaue Regierung fördert die Armut“

„Damit zerstört die schwarz-türkis-blaue Regierung Existenzen, nimmt Arbeitnehmer neue Chancen und fördert die Armut“, ärgert sich SP-Landeschef Franz Schnabl. Dass sich der Arbeitsmarkt dank guter Konjunktur erholt, sei zwar richtig.

Aber: Ältere Arbeitslose würden in Niederösterreich davon nicht profitieren, die Zahl der Arbeitslosen über 50 sei im Dezember sogar gestiegen. Schnabl kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Landes-VP, die erst im Oktober die Schaffung von 4.000 neuen Arbeitsplätzen durch die Aktion 20.000 angekündigt habe.

VPNÖ lässt Kritik nicht gelten

Ein Beispiel für die Auswirkungen des Stopps der Aktion ist Schwechat: 35 bis 40 Arbeitsplätze wären hier in der städtischen Verwaltung und am Bauhof im Anfang des Jahres mit über 50-jährigen Arbeitslosen besetzt worden, betont SP-Bürgermeisterin Karin Baier. Jetzt seien nicht nur die Bemühungen der Stadtverwaltung, diese Jobs im Dienstpostenplan zu berücksichtigen, obsolet, sondern auch die Hoffnungen der Arbeitssuchenden. „So kann man mit Menschen nicht umgehen“, ärgert sie sich.

Die VPNÖ lässt die Kritik nicht gelten. „Wahr ist, dass in Niederösterreich die Vermittlung von langzeitbeschäftigungslosen Menschen in der Gruppe der über 50-jährigen bereits seit langem durch die Aktion gemA 50 plus gefördert wird. Für 2018 ist eine Ausweitung des Projekts auf 300 Plätze vorgesehen, wobei sobald ein Job vermittelt wird, der Platz wieder frei wird. Daher werden mehr als 300 Menschen im Projekt aufgenommen“, entgegnet VPNÖ-Arbeitsmarktsprecher Franz Rennhofer. Daher gehe der Angriff der SP ins Leere und sei bloßes Wahlkampfgeplänkel.