Erstellt am 30. Januar 2018, 02:39

von Daniel Lohninger und Walter Fahrnberger

Schnabl verspricht, die Partei zu erneuern. Sozialdemokraten erreichten ihr Minimalziel. Mehr Einfluss in Landtag und Landesregierung haben sie aber künftig nicht.

Franz Schnabl konnte bei seiner Wahlkampf-Premiere mit der SPÖ ein Plus einfahren. Das Ziel des Neo-St. Pöltners, in fünf Jahren um den Landeshauptmann-Sessel mitzukämpfen, ist aber in weiter Ferne  |  APA/Fohringer

In fünf Jahren wäre SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl gern Landeshauptmann. Das kündigte er im NÖN-Gespräch vor der Wahl an. So wirklich in diese Richtung gebracht hat ihn der vergangene Sonntag nicht: SPÖ und ÖVP trennen über 25 Prozent.

Das zweitschlechteste Ergebnis der Geschichte ist zwar besser als das schlechteste vor fünf Jahren, ein richtiger Aufwärtstrend sieht aber anders aus. Das weiß auch Schnabl, der im Wahlergebnis dennoch einen Erfolg sieht: „Wir hatten eine schwierige Ausgangssituation, mit der Nationalratswahl zuvor und einem wirklich kurzen Wahlkampf.“

SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller sprach von einer gelungenen Kraftanstrengung, Schnabl nach seinem Wechsel in die Politik im Vorjahr bekannt zu machen. Einer der ersten Gratulanten war Ex-Bundeskanzler und SPÖ-Bundesvorsitzender Christian Kern. Er lobte Schnabl für seinen „engagierten und mutigen Wahlkampf“, den er gegen eine schwarze Übermacht in Niederösterreich geführt habe.

SPÖ legte vor allem in den Städten zu

Tatsächlich mehr als Symbolcharakter hat, dass die SPÖ in den Städten diesmal besser als vor fünf Jahren abschnitt. So legte sie in Purkersdorf, wo mit Karl Schlögl ein SPÖ-Schwergewicht als Bürgermeister regiert, um fast zehn Prozent zu. In der Landeshauptstadt St.

Pölten holte die SPÖ ein Plus von 4,61 Prozentpunkten und liegt nur mehr knapp hinter der ÖVP – so nahe kamen die Sozialdemokraten der Volkspartei bei Landtagswahlen seit 2008 nicht mehr. Auch in den anderen Statutarstädten legte die SPÖ zu: in Krems um mehr als vier Prozent, in Wr. Neustadt um fast drei Prozent und in Waidhofen/Ybbs um 2,8 Prozent. Ein sattes Plus gab es auch in den einwohnerstarken Bezirken St.

Pölten-Land und Baden, wo die ÖVP zugleich an Boden einbüßte. Im Industriebezirk Neunkirchen holte sich die SPÖ ein zweites Grundmandat zurück – wodurch Polit-Urgestein Rupert Dworak doch noch den Sprung in den Landtag schaffte.

Die Weichen für die Zukunft werden bei der Sitzung des Landesparteivorstandes am Dienstagabend gestellt. Schnabl kündigt im Vorfeld an, dass er den Weg der Erneuerung der Sozialdemokratie in Niederösterreich fortsetzen will. Wie dieser Weg genau aussieht, ist noch unklar. Zu verteilen gibt es jedenfalls nicht viel: Die SPÖ wird auch im künftigen Landtag nur mit 13 Mandataren vertreten sein, in der Landesregierung mit zwei Sitzen. Ein bisserl mehr hätte es schon sein dürfen, wird wohl auch Schnabl in einer ruhigen Minute zugeben.

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