Erstellt am 28. Januar 2018, 10:00

von APA Red

Noch einmal ÖVP-Absolute?. Ob die ÖVP auch mit Johanna Mikl-Leitner zumindest 29 der 56 Landtagsmandate hält, ist eine der großen Fragen bei der heutigen Niederösterreich-Wahl. Erwin Pröll gelang es 2013, mit 50,79 Prozent die 2003 zurückgeholte Absolute ein zweites Mal zu verteidigen - und so ist Niederösterreich das einzige Land, in dem die Regierungspartei noch die Absolute hat.

Johanna Mikl-Leitner  |  Erich Marschik

Verliert Mikl-Leitner die Absolute, braucht sie einen Regierungspartner. Angesichts der NS-Liederbuch-Affäre der Burschenschaft Germania hat Mikl-Leitner allerdings am Tag vor der Wahl eine Zusammenarbeit mit FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer in der nächsten Landesregierung ausgeschlossen.

Diese wird in Niederösterreich nach dem Proporz gebildet. Damit bekommen Grüne und NEOS mit Ergebnissen um die vier, fünf Prozent keine Regierungsposten. Die ÖVP kann jedoch hoffen, zumindest fünf (bisher hatte sie sechs) der neun Regierungssitze halten. Für Gesetzesbeschlüsse im Landtag braucht sie aber dennoch einen Partner.

Nicht damit rechnen kann Mikl-Leitner, mit einem Ergebnis von 47,6 Prozent so wie im Jahr 1988 die Mandats-Absolute zu halten - wenn, was als wahrscheinlich gilt, Grüne und/oder NEOS im Landtag vertreten sind. Bei vier Landtagsparteien bräuchte die ÖVP gut über 48 Prozent, um 29 Mandate zu halten, bei fünf Parteien deutlich mehr als 49 Prozent. 1988 gab es nur drei Landtagsparteien.

Bisher schwächstes Ergebnis waren 44,23 Prozent

Mikl-Leitner hat auch nie die Absolute als Wahlziel genannt, sondern erklärt, sie orientiere sich an den stärksten amtierenden Landeshauptleuten. Dies sind ÖVP-Kollege Markus Wallner in Vorarlberg mit 41,8 Prozent bzw. Hans Niessls SPÖ im Burgenland mit 41,9 Prozent.

Mit 42 Prozent würden die erfolgsgewohnte blau-gelben Schwarzen allerdings ins historische Tief fallen. Das bisher schwächste Ergebnis waren 44,23 Prozent im Jahr 1993, bei der ersten Wahl Erwin Prölls. Damit zu rechnen ist laut den Umfragen jedoch nicht: Sie wiesen zumeist 45 Prozent aus, einzelne "Ausreißer" nach oben sahen auch 47 bis 50 Prozent für die ÖVP. Auch 45 Prozent wären noch das derzeit stärkste Landtagswahl-Ergebnis österreichweit.

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