Erstellt am 12. Januar 2016, 00:03

von Martin Gebhart

Startschuss für Wahl. Drei Kandidaten sind fix, Rudolf Hundstorfer dürfte diese Woche noch folgen. Landtagsklubs beurteilen die Nicht-Kandidatur von Erwin Pröll unterschiedlich.

Andreas Khol wurde am Sonntag als ÖVP-Kandidat präsentiert.  |  NOEN, APA/GEORG HOCHMUTH

Drei Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl stehen bereits fest: Irmgard Griss, Alexander Van der Bellen und Andreas Khol. Diese Woche wird die SPÖ wohl ihren Sozialminister Rudolf Hundstorfer in das Rennen um die Hofburg schicken. Ob die FPÖ ebenfalls jemanden für diesen Wahlgang aufstellen wird, ist noch ungewiss.

In Richtung Wahl wurde in der Vorwoche besondere Fahrt aufgenommen. Während sich Irmgard Griss bereits Ende des Vorjahres deklariert hatte, gab Alexander Van der Bellen seine Kandidatur einen Tag nach der Ansage von VP-Chef Reinhold Mitterlehner, dass Landeshauptmann Erwin Pröll nicht kandidieren wird, per Videobotschaft bekannt. 

Als parteiunabhängiger Kandidat mit Wurzeln bei den Grünen. Während sich in NÖ Helga Krismer, Landessprecherin der Grünen sehr erfreut darüber zeigte – „Es freut mich sehr, dass er sich jetzt entschlossen hat. Er ist ein Angebot für viele Wähler.“ –, reagierte VP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner zynisch: „Lange Zeit hat er sich geduckt und abgewartet, was Landeshauptmann Erwin Pröll macht. Jetzt traut er sich aus der Deckung.“

Reaktionen der Klubs auf Pröll-Entscheidung

FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl meinte in Richtung seiner Partei, dass man mit einem Kandidaten mittun sollte. Aber: „Das Amt des Bundespräsidenten ist so unattraktiv, dass man diskutieren sollte, ob man es so überhaupt noch braucht.“ Dass Landeshauptmann Erwin Pröll nicht kandidiert, sieht er eher gelassen: „Es gibt wichtigere Dinge in dem Land. Ich beteilige mich nicht an dieser Hysterie.“

Für den Klub „Frank“ begrüßt Klubobmann Ernest Gabmann, dass Pröll in NÖ bleibt, „weil bis 2018 noch einiges zu tun ist“. Grünen-Klubobfrau Helga Krismer hat nie damit gerechnet, dass Pröll für die Hofburg kandidieren wird: „Es gab nie eine Aussage, dass er es macht.“

SP-Klubobmann Alfredo Rosenmaier bedauert die Nicht-Kandidatur ein wenig: „Durch ihn wäre es mit Sicherheit zu einer Erneuerung des Amtes gekommen, weil er ein Macher ist.“ Und die Reaktion von VP-Klubobmann Klaus Schneeberger: „Für ihn persönlich und für Niederösterreich ist es gut, für die Republik hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht.“