Erstellt am 28. Januar 2018, 13:17

von APA Red

NÖ Spitzenkandidaten haben gewählt. Bei windigem, zum Teil recht sonnigem Wetter waren die Niederösterreicher am Sonntag zur Wahl eines neuen Landtages aufgerufen. Bis zu Mittag gaben die Spitzenkandidaten der landesweit antretenden Parteien ihre Stimmen ab.

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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, erstmals ÖVP-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl, kam in Klosterneuburg mit Familie und Hund Milou zu Fuß ins Wahllokal. "Jetzt heißt's nur mehr abwarten und Daumen drücken - jetzt sind die Wählerinnen und Wähler am Wort", meinte sie. Aktuelle politische Statements in Richtung Mitbewerber waren nicht zu hören. Sie wünsche sich, "dass das neue Miteinander heute gestärkt wird", so die Landeshauptfrau.

"Lange geschlafen, gemütlich gefrühstückt - ab zur Wahl", hatte Mikl-Leitner zu den zahlreichen wartenden Journalisten vor Betreten des Wahllokals, einem Kindergarten am Ölberg, gesagt. Neben Ehemann Andreas ging auch die ältere Tochter Anna zur Urne. Nach dem Mittagessen daheim "geht es dann ab ins Büro nach St. Pölten", hieß es.

SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl kam zu Fuß mit Ehefrau Rosemarie zum Wahllokal im Kulturheim Süd in St. Pölten und meinte: "Ich bin ganz sicher, dass es gut läuft." Der Landesrat und SPÖ-Landesparteivorsitzende kochte am Sonntag Niedrigtemperatur-Schweinsbraten für ein Mittagessen im Kreise seiner Familie. Zur Causa rund um den FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer in Zusammenhang mit NS-Liedgut der Burschenschaft Germania, in der Landbauer bis vor kurzem Mitglied war, sagte Schnabl auf Anfrage, er sei froh, dass es noch vor der Wahl "eine deutliche Klarstellung" von den anderen Parteien gegeben habe. Die SPÖ hat sich gegen ein Arbeitsübereinkommen mit der FPÖ ausgesprochen.

FPÖ-Listenerster Udo Landbauer schritt bereits gegen 9.30 Uhr und damit als erster der Spitzenkandidaten zur Stimmabgabe. Auf die Rücktrittsaufforderungen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen wollte der wegen der NS-Liedgut-Affäre seiner Burschenschaft Germania in Bedrängnis geratene Politiker dabei nicht eingehen. Jetzt sei der Wähler am Wort, meinte Landbauer in Wiener Neustadt. Es habe in den vergangenen Tagen "viel medialen Wirbel" gegeben. Er selbst sei von Anfang an für eine gerichtliche Aufklärung der Causa eingetreten, und es gebe gegen ihn wegen der antisemitischen und rassistischen Liedtexte der Germania auch kein Ermittlungsverfahren, betonte Landbauer einmal mehr.

Spekulationen, wonach die niederösterreichische FPÖ wegen der Liedgut-Affäre, die auch die mit der ÖVP regierende Bundes-FPÖ gehörig ins Schwimmen gebracht hat, nicht Landbauer, sondern Klubobmann Gottfried Waldhäusl als Landesrat nominieren könnte, wollte der freiheitliche Spitzenkandidat ebenfalls nicht kommentieren. "Wir haben eine Liste, die gültig ist, und heute wird gewählt." Danach werde man weitersehen. Dass Mikl-Leitner eine Zusammenarbeit mit Landbauer bereits ausgeschlossen hat, beurteilte der blaue Spitzenkandidat am Wahlsonntag so: "Interessant ist für mich, dass sie offensichtlich schon vor dem Entscheid der Wähler ihre Konstellation Richtung Rot oder Grün bekanntgegeben hat."

Die Grüne Helga Krismer kam in Baden, wo sie auch Vizebürgermeisterin ist, allein zur Stimmabgabe. "Ich habe immer gesagt, dass ich den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern vertraue, ich bin zuversichtlich, dass sie auch mir vertrauen", ließ Krismer wissen. Der Wahltag sei bis zu Mittag "sehr entspannt" verlaufen. Sie habe wie geplant eine Wanderung mit ihrem Vater unternommen, erzählte Krismer, die als letzte der Spitzenkandidaten zu Mittag wählte. Vor der Stimmabgabe habe sie noch ein Bad genommen.

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Indra Collini, Listenerste der NEOS, ist in den niederösterreichischen Wahltag getanzt. Sie besuchte am Samstagabend wie angekündigt noch den Ball der Vorarlberger im Wiener Palais Ferstel. Sie habe sich "schön eingeschwungen auf den heutigen Tag", sagte Collini, die am späten Vormittag mit Ehemann Helmut in Brunn am Gebirge zur Stimmabgabe schritt. Man sollte gar nicht glauben, wie viele Niederösterreicher den Ball der Vorarlberger besuchen würden. Sie habe also "bis zum Schluss wahlkämpfen" können, scherzte Collini.

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Sie sei "frohen Mutes, dass die Übung gelingen wird", sagte die Spitzenkandidatin auf die Wahl angesprochen und meinte damit den Einzug in den niederösterreichischen Landtag. "Der Tag wird spannend."

Die letzten Wahllokale schließen um 17.00 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt dürfen Ergebnisse bereits ausgezählter Gemeinden und Bezirke veröffentlicht werden.

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