Erstellt am 11. November 2015, 06:42

von Anita Kiefer

Strom aus erneuerbarer Energie: Ziel erreicht. Niederösterreichs Strom kommt zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien. Investiert wurden 2,8 Milliarden Euro.

Ökologin Monika Langthaler (v. l.), Landeshauptmann Erwin Pröll und VP-Umweltlandesrat Stephan Pernkopf präsentierten den Fortschritt bei der Erneuerbaren Energie.  |  NOEN, NLK Filzwieser
37 Jahre nachdem sich die Österreicher in einer Volksabstimmung mit einer hauchdünnen Mehrheit gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Zwentendorf ausgesprochen haben, gibt es in NÖ einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Energiepolitik zu verzeichnen: Niederösterreichs Strom kommt seit Anfang November zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energiequellen.

„Mit diesen 100 Prozent sind wir in Niederösterreich zu einer Modellregion geworden“, betonte VP-Landeshauptmann Erwin Pröll. Im EU-Schnitt kommt bei den Mitgliedsstaaten nämlich nur ein Viertel des Stroms aus Wind-, Wasser-, Sonnenenergie oder Biomasse.

2,8 Milliarden Euro investiert

Um die 100 Prozent in Niederösterreich zu erreichen, haben drei Faktoren zusammengespielt. Zum einen wurden seit 2002 rund 2,8 Milliarden Euro von Energiewirtschaft und Privaten in den Umstieg auf diesen „grünen“ Strom investiert. Außerdem sei der Umstieg auch wichtiger Impuls für den Arbeitsmarkt, sagt Pröll. Und: Land, Gemeinden, Wirtschaft und die Bevölkerung hätten sich gemeinsam eingebracht – vom Sanieren bis zu Bürgerbeteiligungen.

Da der Strombedarf steigt und sich das Land vorgenommen hat, bis 2030 den gesamten Energiebedarf zu 50 Prozent aus Erneuerbaren zu beziehen, kündigte Pröll einen Ausbau der Erneuerbaren Energiequellen an. Ein weiteres Großwasserkraftwerk an der Donau wird es allerdings nicht geben, so VP-Umweltlandesrat Stephan Pernkopf.

Der Strombedarf in NÖ wird aktuell zu 59 Prozent durch fünf Großwasserkraftwerke, zu 26 Prozent aus Windkraft, neun Prozent Biomasse, vier Prozent Kleinwasserkraft und zwei Prozent Photovoltaik gedeckt.