Erstellt am 14. Juni 2017, 10:43

von APA Red

Mikl-Leitner: Kulturausgaben sind Kapital für Zukunft. Das Land Niederösterreich hat eine Studie über die volkswirtschaftlichen Effekte von Kunst und Kultur in Auftrag gegeben, die am Mittwochvormittag in Wien vorgestellt worden ist.

Präsentation der Kulturstudie: Dr. Christian Helmenstein vom Economica-Institut für Wirtschaftsforschung, Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner und Mag. Hermann Dikowitsch, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur (v.l.n.r.)
 
 |  NLK Reinberger

Quintessenz: "Kulturausgaben sind unser Kapital für die Zukunft, kurbeln den Tourismus an und schaffen damit wertvolle Arbeitsplätze in den Regionen", so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Ziel der Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung war es, ökonomische Kennwerte zur gesamtwirtschaftlichen Einschätzung der Kulturförderung zu generieren. In den Ergebnissen zeigt sich ein auf die niederösterreichische Kunst und Kultur zuordenbarer Gesamteffekt an Bruttowertschöpfung im Bundesland in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. In Summe sind die erzielten Effekte von derselben Größenordnung wie der Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen bzw. doppelt so hoch wie die gesamte Wertschöpfung im Bereich der Energieversorgung.

"Kulturpolitik kann auch wirtschaftliche Impulse"

"Das Wertschöpfungsnetzwerk der Kunst und Kultur erwirtschaftet unmittelbar sowie mittelbar über Zulieferstrukturen und Einkommensverwendung 2,4 Prozent des niederösterreichischen Bruttoregionalprodukts", erläuterte Christian Helmenstein, Mitautor der Studie. Allein der Kulturtourismus löst einen Wertschöpfungseffekt von 208 Millionen Euro aus (zum Vergleich: Das Land NÖ hat 2015 insgesamt 125 Millionen Euro in Kunst und Kultur investiert).

Lokale ökonomische Effekte zeigen sich in Kulturgemeinden, wo das dreifache Wachstum der Nächtigungszahlen in Relation zum Durchschnitt zu konstatieren ist. 24.757 Arbeitsplätze und daraus resultierende fiskalische Effekte in Höhe von ungefährt 350 Millionen Euro sind damit verbunden.

"Es geht uns nicht darum, Kunst und Kultur auf wirtschaftliche Daten zu reduzieren, sondern zu zeigen, dass Kulturpolitik auch wirtschaftliche Impulse erbringen kann", erklärt Mikl-Leitner. Die Ergebnisse der Studie bestätigten die Landeshauptfrau in der Absicht, den bisherigen Weg der Kulturpolitik in Niederösterreich fortzusetzen.