Erstellt am 23. Februar 2018, 16:57

von NÖN Redaktion

Wählen mit 16 hat politisches Interesse erhöht. Nationalratspräsident Sobotka stellte eine Studie der Universität Wien über Erstwähler vor.

APA/ROLAND SCHLAGER

Seit 2007 dürften sie es tun: Wählen ab dem 16. Lebensjahr. Bei der Nationalratswahl im Oktober des vergangenen Jahres bot sich für 16-Jährige zum dritten Mal nach 2008 und 2013 die Gelegenheit, über die Zusammensetzung des Parlaments mitzuentscheiden. Ein Großteil der 16-Jährigen hat die Chance, erstmals mitzustimmen, genützt.

Sobotka: "Wählen mit 16 hat sich bewährt"

„Das Wählen mit 16 hat sich bewährt“, stellte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) bei der Präsentation der Ergebnisse der Untersuchung der Universität Wien am Freitag in der Wiener Hofburg fest. 90,3 Prozent der bis 17-Jährigen ging laut der Studie im Oktober 2017 zur Nationalratswahl. Bisherige Studienergebnisse über diese Altersgruppe haben sich verfestigt.

Ausschlaggebend sind demnach das politische Interesse und das politische Wissen. 16-bis 17Jährige verfügten großteils über die notwendigen politischen Ressourcen, um an Wahlen teilnehmen zu können.

Die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre, die auch auf Kritik gestoßen ist, könne somit als positiv bewertet werden, lautet die Bilanz der Studienautoren Sylvia Kritzinger, Markus Wagner und Josef Glavanovits. Dieser betonte auch, dass durch Wählen mit 16 das politische Interesse stark gestiegen sei.

Demokratiewerkstatt auch in den Regionen

Allerdings gibt es eine bemerkenswerte Erkenntnis. Nach der Beteiligung als Erstwähler sinkt das Interesse der 18- bis 20jährigen Jugendlichen an der Politik. Elternhaus, Schule und Medien haben entscheidendes Interesse auf das Interesse an Politik bei den Jungen.

Nationalratspräsident Sobotka, der heute, Samstag, auch Gast im Ö1-Radio-Mittagsjournal ist, hob lobend die sogenannte Demokratiewerkstatt für Jugendliche und Schüler im Parlament für die Information hervor. Diese Einrichtung sei auch bildungspolitisch wichtig. Sobotka kündigte bei dieser Gelegenheit an, dass die Demokratiewerkstatt künftig nicht nur beim Parlament in Wien stattfinden werde, sondern auch in die Regionen Österreichs hinausgehen werde, um noch mehr Jugendliche zu erreichen.