Erstellt am 10. November 2015, 05:02

von NÖN Redaktion

„Täglich ruft Dr. Konrad an“. Bei Tagung der NÖ Landesakademie wurde deutlich, dass NÖ heuer noch 3.000 bis 5.000 Quartiere schaffen muss.

 |  NOEN, APA
Die für Asyl zuständige Abteilung der NÖ Landesregierung muss heuer noch einiges auf die Beine stellen. Das machte der zuständige Leiter, Peter Anerinhof, bei der Jahrestagung des Integrationservices der NÖ Landesakademie im Landhaus deutlich. Die Tagung stand diesmal unter dem Titel „Von der Flucht zur Integration“ und beschäftigte sich ausschließlich mit der derzeitigen Flüchtlingssituation.

„Wir werden jeden Tag von Dr. Konrad angerufen“, so Anerinhof. Christian Konrad, Flüchtlingskoordinator der Regierung, ist damit beschäftigt, ständig neue Quartiere für Asylwerber aufzutreiben. In NÖ sind derzeit rund 9.700 Flüchtlinge in der Grundversorgung des Landes, dazu kommen jene in der Bundesbetreuung. Rund 1.800 davon im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen. Peter Anerinhof ist überzeugt, dass in NÖ heuer noch 3.000 bis 5.000 Quartiere geschaffen werden müssen.

1.500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Wie angespannt die Situation derzeit ist, zeigt die Tatsache, dass er in der Vorwoche erstmals unter dem Titel „Gefahr in Verzug“ seinen Mitarbeitern Überstunden anordnen musste. Seit einigen Wochen gibt es auch eine eigene Koordinationsstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sogenannte UMFs. Im Lager in Traiskirchen sind von den 1.800 Asylwerbern rund 1.500 UMFs, fast ausschließlich junge Männer. Insgesamt sind in NÖ derzeit 2.500 UMFs untergebracht. In NÖ wurden außerdem zwei Notquartiere für obdachlose Flüchtlinge eingerichtet.

Von den Freiwilligen-Gruppen, die an der Tagung teilnahmen, wurde gefordert, dass die Bezirkshauptmannschaften mit mehr Infos zum Flüchtlingsthema ausgestattet werden. Das würde für die Ehrenamtlichen, die Asylwerber betreuen, die Behördenwege erleichtern.