Erstellt am 04. April 2017, 01:27

von Martin Gebhart

Kurz und Schelling plauderten über die Regierung. Sebastian Kurz wurde im Francisco Josephinum mit stürmischem Applaus empfangen. Hans Jörg Schelling plauderte im Managementclub über die Regierung.

Finanzminister Hans Jörg Schelling im Stift Herzogenburg. (Im Bild rechts mit den beiden Fragestellern, Direktor Günther Ofner und NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart)  |  Erich Marschik

Ob es jetzt schon im Herbst Neuwahlen auf Bundesebene gibt, konnte man nicht erfahren. ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling würde sogar darauf wetten, dass erst im Herbst 2018 gewählt wird. Ansonsten aber plauderten zwei Minister am vergangenen Freitag aus dem Nähkästchen. ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz im Francisco Josephinum in Wieselburg und der Finanzminister im Stift Herzogenburg.

Sebastian Kurz war zum Jugend-Talk in die Heimatregion von VP-Landesrat Stephan Pernkopf gekommen. Gemeinsam kamen sie auch zu dieser Veranstaltung der Landjugend und des Forums Land, wobei Pernkopf vor dem Publikum deponierte, dass er Kurz das nächste Mal in Wieselburg „als Bundeskanzler“ begrüßen wolle. Beim Jugend-Talk stellte sich der Minister dann eine Stunde lang ausschließlich den Fragen der rund 500 Jugendlichen. Die meisten drehten sich um Europa, die Probleme mit der Türkei, den Brexit und die Chancen von Jugendlichen.

Zwei ÖVP-Minister stellten sich in NÖ dem Publikum: Außenminister Sebastian Kurz im Francisco Josephinum in Wieselburg. (Im Bild mit Moderatorin Christine Meister)  |  Theo Kust

Am Ende dann noch die erwartete Frage, ob er die ÖVP als Spitzenkandidat in die Nationalratswahl führen werde. Seine diplomatische Antwort: Diese Frage könne er nicht beantworten, weil es derzeit eine klare Situation mit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner an der Spitze der Partei gebe.

Im Stift Herzogenburg war VP-Finanzminister Hans Jörg Schelling diesmal der Protagonist bei der Reihe „Am heißen Stuhl“, die der Managementclub NÖ eingeführt hat. Dabei stellen sich jedes Mal Persönlichkeiten den Fragen von Direktor Günther Ofner, Präsident des NÖ Managementclubs, und NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart.

Schelling verhalf dem Publikum zu einem Blick hinter die Kulissen der Bundes- und Europapolitik. Etwa über die Euro-Verhandlungen rund um Griechenland – „Trotzdem bin ich ein glühender Europäer, weil es keine Alternative dazu gibt“ –, die Stimmung im Ministerrat, den konsequenten Weg von Innenminister Wolfgang Sobotka – „Als ehemaliges Mitglieder einer absolut geführten Landesregierung muss er sich halt umstellen, dass es jetzt auch einen Koalitionspartner in der Regierung gibt“ – und den Kampf mit den Bayern wegen der Hypo Alpe Adria. Klar machte er, dass sich die Sozialpartner ändern müssen und dass er einer FPÖ-geführten Regierung sicher nicht mehr angehören würde.