Erstellt am 29. Juni 2016, 07:07

von Martin Gebhart

Konflikt um die Neue Mittelschule. NÖ reagiert irritiert, dass Bildungsministerin nun Bundeslehrer einsetzen will.

VP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz  |  NOEN, J.Burchhart

Jetzt drängt das Bildungsministerium darauf, dass Lehrer von höheren Schulen (AHS, BHS) in den Neuen Mittelschulen eingesetzt werden. Konkret geht es dabei um das Team-Teaching, bei dem zwei Lehrpersonen in einer Klasse sind. Wenn weniger dieser Bundeslehrer in den NMS, wo normalerweise nur Landeslehrer unterrichten, eingesetzt werden, dann sollen in Zukunft die Länder die Differenz selbst berappen.

Landesschulratspräsident Hans Heuras hält wenig davon, auch aus pädagogischen Gründen: „Entscheidend beim Team-Teaching ist, dass die Lehrer miteinander können, und nicht, ob das ein Bundes- oder Landeslehrer ist.“

Noch immer Ressourcenmängel

Genauso sieht es auch seine ÖVP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz. „Für mich stellt sich generell die Frage, ob es immer Sinn macht, dass die zweite Lehrperson unbedingt von einer höheren Schule kommen muss. Entscheidend ist meiner Meinung nach eher der jeweilige Bedarf der Schulklasse und nicht, ob es sich um Bundes- oder Landeslehrer handelt. Wir haben in Niederösterreich in einigen Bereichen bei den Bundeslehrern noch immer Ressourcenmängel. Dafür jetzt die Länder zur Kasse zu bitten, ist für mich nicht vorstellbar“, so Schwarz.

Sie verweist auch auf Universitätsprofessor Stefan Hopmann, der die Neue Mittelschule in NÖ seit der Einführung wissenschaftlich begleitet und auch evaluiert. Schwarz: „Aus unseren Untersuchungen wissen wir, dass etwa 70 bis 80 Prozent der Schüler die zusätzlichen Erklärungen im Unterricht beim Team-Teaching positiv bewerten, unabhängig von der Anstellung der zusätzlichen Lehrkraft.“