Erstellt am 26. Januar 2016, 05:43

von Martin Gebhart

Lehrer fordern Hilfe. Mit 4.491 Unterschriften in der Hand fordern die NÖ Lehrervertreter, dass das Bildungsministerium Ressourcen für Unterricht von Flüchtlingskindern gewährt.

Am Beginn des Schuljahres wurden vom Bildungsministerium an einigen Schulen an Flüchtlingskinder Schultüten verteilt. Jetzt erwarten sich die Lehrer, dass das Ministerium für den Unterricht von Flüchtlingskindern mehr Ressourcen gewährt.  |  NOEN, APA/HELMUT FOHRINGER

Allein im Pflichtschulbereich werden derzeit in NÖ bereits 2.138 Flüchtlingskinder betreut. Rechnet man die höheren Schulen in NÖ mit, dann liegt die Zahl bei 2.400. Unter den Pädagogen und im Land wächst deswegen die Kritik am Bildungsministerium, weil für diesen Mehraufwand bislang nicht wirklich zusätzliche Ressourcen gewährt worden sind. Die Vertretung der NÖ Landeslehrer unterstreicht dies mit einer Unterschriftenliste, auf der unter dem Titel „Förderung für alle Kinder“ 4.491 Lehrer unterschrieben haben.

Derzeit werde vom Ministerium versucht, die zusätzlichen Kräfte für den Unterricht von Flüchtlingskindern – in NÖ sind es rund 80 Dienstposten und derzeit 3,3 Millionen Euro Mehrkosten für das Landesbudget – aus dem bestehenden Stellenplan herauszuziehen, so Helmut Ertl, Vorsitzender der NÖ Landeslehrer. Was auf Kosten des allgemeinen Unterrichts geht. Ertl warnt deswegen: „Es darf nicht bei den Angeboten für unsere Kinder gespart werden.“ Deswegen auch der Titel „Förderung für alle Kinder“. Und: „Wir wollen auch für den Bildungsbereich die Sicherheit, dass wir das Geld für die zusätzlichen Maßnahmen bekommen. Es ist eine Bundessache und wir sehen nicht ein, dass das aus dem Landeslehrerkontingent abgezogen werden soll.“

Zeigen, dass da Handlungsbedarf besteht

Die Unterschriftenaktion wurde vor allem an jenen Standorten ausgerollt, die von der Flüchtlingssituation betroffen sind. Dennoch unterzeichneten von insgesamt 13.000 Lehrern in NÖ fast 5.000. Gemeinsam mit dem obersten Lehrergewerkschafter Paul Kimberger sollen diese Unterschriften SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek übergeben werden. Ertl: „Wir müssen gemeinsam zeigen, dass da Handlungsbedarf besteht.“

Unterstützung erhalten sie politisch von ÖVP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz, die deutlich darauf verweist, dass dieser enorme Anstieg an Flüchtlingskindern seit Oktober im Stellenplan keine Berücksichtigung findet. Schwarz: „Unser Schulsystem kommt ressourcenmäßig mit großen Schritten an seine Grenzen.“ Und: „Ich halte es für verantwortungslos, nur große Ankündigungen zu machen, denen keine Taten folgen.“

Attackiert wurde Schwarz deswegen von der SPÖ-Bildungssprecherin im Nationalrat, Elisabeth Grossmann: Schwarz übe nur destruktive Kritik, die Ministerin handle. Konter von VP-Landesbildungssprecherin Bettina Rausch: Im Gegensatz zur Ministerin lasse NÖ die Schulen nicht im Regen stehen.

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