Erstellt am 13. Oktober 2015, 06:07

von Anton Johann Fuchs

"Rote Linien" präsentiert. Die NÖ-Agrarspitze diskutierte mit der US-Botschafterin Alexa Wesner über ihre Standpunkte bei den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen TTIP.

Am Obstbauernhof von Robert Strohmaier im Bezirk St. Pölten diskutierte Botschafterin Alexa Wesner mit Kammerpräsident Hermann Schultes, Direktvermarkter-Obmann Johann Höfinger sowie Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager (v. l.).  |  NOEN, LK NÖ/Eva Posch

Wer nicht mitredet, muss akzeptieren, was er serviert bekommt, sagt Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes. Die Bauern haben ihre Forderungen formuliert und präsentierten sie der US-Botschafterin Alexa Wesner.

Zu diesen unverhandelbaren „roten Linien“ gehören: Erhaltung hoher Produktions-, Lebensmittel-Sicherheits- und Umweltstandards, Absicherung der GVO-Freiheit, Zollkontingente für sensible Produkte wie Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch, Stärke, Zucker, Bioethanol und Biodiesel, Anerkennung und Schutz heimischer und europäischer Spezialitäten (geografische Ursprungsbezeichnungen), kein Abtausch gegen höhere Importzollkontingente, Schutz unserer Kennzeichnung am amerikanischen Markt.

Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager sieht das Weinexportland Österreich in einer komfortablen Situation, sorgt sich aber um Schutz und Anerkennung der Kennzeichnungen. Wesner betonte, dass diese gerade verhandelt werden und notwendig für die Wahlfreiheit des Konsumenten seien.

USA heuer zweitwichtigster Exportmarkt

Sie sieht Chancen für die heimische Landwirtschaft: Geht der Trend so weiter, werden die USA heuer der zweitwichtigste Exportmarkt Österreichs.

Schultes betonte, dass die bäuerlichen Abgeordneten nur dann zustimmen werden, wenn die Interessen der Landwirtschaft in dem Abkommen entsprechend abgesichert werden.