Erstellt am 17. März 2016, 06:54

von Martin Gebhart

Verfolgte Christen. Schwierige Situation der Christen in der Welt war eines der Hauptthemen der Bischöfe. „Kirche in Not“ sammelt für diese.

Kardinal Christoph Schönborn: Reise in den Irak.  |  NOEN, kathpress/Klingen

Nach Ostern wird Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn als Vorsitzender der Bischofskonferenz Christen im Irak besuchen. Diese Reise wird als konkretes Zeichen der Unterstützung und der Verbundenheit mit den verfolgten Christen in dieser Region gesehen. Die Hilfe für sie war eines der großen Themen der vorwöchigen Bischofskonferenz gewesen. Jene Organisation, die sich am meisten mit der Christenverfolgung beschäftigt, ist „Kirche in Not“. Deren Präsident in Österreich ist ein Niederösterreicher: Thomas Heine-Geldern aus St. Martin am Ybbsfelde im Bezirk Melk.

In der Bischofskonferenz wurde klar auf den Tisch gelegt, dass weltweit rund 100 Millionen Christen verfolgt werden. „Vor den Augen der Weltöffentlichkeit ereignet sich die zahlen- wie flächenmäßig umfangreichste Christenverfolgung der Geschichte“, so Schönborn. Wobei dies vor allem in nahezu allen islamischen Ländern im Nahen Osten, in Asien und Afrika passiere. Das müsse immer öfters klargestellt werden.

Präsident Heine-Geldern sieht es genauso: „Es regt zu wenig auf, dass Leute umgebracht werden, weil sie Christen sind.“

„Es regt zu wenig auf, dass Leute
umgebracht werden, weil sie Christen sind.“
Thomas Heine-Geldern,
Präsident von „Kirche in Not“ in Österreich

Die Organisation „Kirche in Not“ will aber nicht nur verfolgten Christen helfen, sondern allen, die Unterstützung brauchen. Bis zu 8.000 Einreichungen gibt es dazu jährlich, rund 6.000 können erledigt werden. Das alles passiert in enger Zusammenarbeit mit dem Papst in Rom. Die Zentrale ist allerdings in Deutschland. An Spenden dafür werden in Österreich jährlich rund 3 Millionen Euro aufgebracht. Unterstützt werden lokale Projekte, für die auch der zuständige Bischof eintritt.

In Österreich bietet „Kirche in Not“ seinen Spendern ständige Informationen, seelsorgliche Betreuung etwa auf Wallfahrten oder auch Reisen nach Rom oder Fatima. Präsident Heine-Geldern kann auf viele Menschen verweisen, „die seit vielen Jahren ihr Scherflein dazu beitragen“. Neue Unterstützer sollen über Vorträge, Diskussionen oder auch über eine Wanderausstellung gewonnen werden.

„Kirche in Not“ war nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden, ein Österreich-Büro gibt es seit 1957. Früher war es in Salzburg, jetzt ist es in Wien.