Erstellt am 02. April 2012, 00:00

Was ist FUFU?. GEMEINDERATSWAHL / FUFU-Kandidat in Uniform war in Waidhofen/Ybbs die Wahlüberraschung. Der Wahlkampf lief über Facebook.

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VON MARTIN GEBHART UND

STEFAN HACKL

Dass Martin Dowalil mit seiner Liste FUFU bei der Gemeinderatswahl am 25. März in Waidhofen an der Ybbs auf Anhieb zwei Mandate schaffte, sorgt in der Politszene noch immer für Gesprächsstoff. Vor allem, weil nicht FPÖ (1 Mandat) und Grüne (1) die Proteststimmen gegen die regierende Volkspartei (20) und die SPÖ (10) an sich ziehen konnten, sondern der stets uniformierte Neueinsteiger und dazu noch die Bürgerliste UWG (6). Noch am Wahlabend wurde die Liste FUFU mit der Piratenpartei in Deutschland verglichen. Meinungsforscher Peter Hajek: „Er muss einen Nerv der Wähler getroffen haben. Sonst hätten sie ja weiß gewählt.“

Doch wer ist Martin Dowalil und was ist FUFU? Der Listengründer ist selbstständig und leitet ein technisches Planungsbüro. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Aufgefallen ist er weniger durch politische Botschaften als durch seine Uniformen, die er konsequent trägt. Er ersteht sie auf ebay. Meist stammen sie aus der ehemaligen DDR – „Die sind am günstigsten“ – oder aus der britischen Monarchie. FUFU steht für „Farblose Unabhängige Formierte Uniformierte“. Sechs Kandidaten waren auf der Liste.

Den Wahlkampf führte die Liste, die sich nicht als Spaß-, sondern als Protestliste versteht, vor allem über Facebook. Der Facebook-Auftritt wurde zu einer Diskussionsplattform, die auch Politiker etablierter Parteien frequentierten. Nach dem Wahlerfolg warten jetzt aber alle darauf, ob FUFU auch in die Gemeinderatsarbeit etwas einbringt.

Martin Dowalil von der Liste FUFU: Stimmenabgabe in Waidhofen/Ybbs in Uniform. STIXENBERGER