Erstellt am 12. Oktober 2015, 11:18

von APA/Red

Strache schaffte bestes FPÖ-Ergebnis außerhalb Kärntens. Die FPÖ blieb bei der Wien-Wahl zwar unter den Erwartungen. Aber Bundesparteichef Heinz-Christian Strache holte sich als Spitzenkandidat dennoch zwei blaue Rekorde.

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Er schaffte das beste Wiener Ergebnis und das seit Parteigründung beste FPÖ-Landtagswahl-Ergebnis außerhalb Kärntens. Diesen Rekord hatte für zwei Wochen der Oberösterreicher Manfred Haimbuchner gehalten.

Auf 32,3 Prozent kommt die FPÖ im vorläufigen Endergebnis ohne Briefwahl, nach deren Auszählung am Montag wird sie laut SORA-Prognose bei 31 Prozent liegen. Auch das ist noch mehr als die 30,4 Prozent, die die Oberösterreicher vor zwei Wochen schafften. In der Liste der besten FPÖ-Landtags-Ergebnisse liegt Strache jetzt auf Platz 5, Haimbuchner auf Platz 4.

Wien ist das vierte Land, im dem die FPÖ über den Rekorden der Ära Haider liegt. Der bisher stärkste Wiener Wert waren 27,9 Prozent im Jahr 1996. Die drei anderen Länder sind die, in denen ebenfalls heuer gewählt wurde - ebenfalls im Zeichen der Flüchtlingskrise: Burgenland, Steiermark und Oberösterreich.

Das beste freiheitliche Landtagsergebnis aller Zeiten gelang der FPÖ allerdings in Kärnten. Kurz nach Jörg Haiders Tod im März 2009 holte sich LH Gerhard Dörfler - unter der Flagge BZÖ - 44,89 Prozent. Haiders persönlicher bester Wert waren 42,43 Prozent im Jahr 2004.

In zwei Punkten war Strache weniger erfolgreich als der oberösterreichische Landeschef Haimbuchner: In Wien ist es der FPÖ nicht gelungen, ihren Rang zu verbessern - also Erste vor der SPÖ zu werden. In Oberösterreich sind die Blauen seit dem 27. September erstmals Zweite vor der SPÖ. Den zweiten Platz hat die FPÖ auch in Vorarlberg - in Summe also in drei Ländern.

Außerdem hatten sich die Oberösterreicher vor zwei Wochen mit einem Plus von 15,07 Punkten den zweitgrößten Zuwachs einer Landtagswahl geholt. Straches Zugewinn war nicht einmal halb so groß: 6,5 Punkte laut dem vorläufigen Endergebnis.

FPÖ erobert Simmering bei Bezirksvertretungswahlen

Die Bezirksvertretungswahlen in Wien haben eine Premiere gebracht. Die FPÖ ist laut vorläufigem Endergebnis (ohne Briefwähler) im Flächenbezirk Simmering stärkste Partei. Damit stellt sie künftig den Bezirksvorsteher. Die Roten wurden auf Platz zwei verwiesen. 43,47 Prozent fuhren die Blauen im 11. Bezirk ein, ein Plus von 9,26 Prozent. Die SPÖ verloren 9,19 Prozentpunkte, kamen auf 40 Prozent.

Der neue Bezirkschef wird nun wohl Paul Stadler. Er ist bereits seit 1996 stellvertretender FPÖ-Bezirksvorsteher in der einst roten Hochburg. Stadler zeigte sich "beeindruckt". "Richtig bewusst ist es mir noch nicht", meinte er gegenüber der APA zur Eroberung des 11. Bezirks durch die FPÖ. Es handle sich um eine große Verantwortung, die er "auf alle Fälle" wahrnehmen wolle.

Auch Parteichef Heinz-Christian Strache freute sich über die Bezirkergebnisse in Wien: Er sei "unglaublich froh", man sei damit einen Schritt weiter am Weg zur stärksten Kraft in der Bundeshauptstadt.

Stenzel in Wiener City gescheitert, SPÖ auf Platz eins

Die Wiener Innenstadt ist definitiv keine ÖVP-Hochburg mehr: Nach vorläufigem Ergebnis liegt die Volkspartei nur noch auf Platz zwei hinter der SPÖ, die damit reale Chancen auf den Vorsteher hat. Sicher ist dies noch nicht: Denn ohne Briefwahlstimmen lagen die Roten nur sehr knapp vor den Schwarzen. Fix ist jedenfalls, dass die nunmehr blaue Noch-Bezirkschefin Ursula Stenzel entthront wurde.

Demnach kam die SPÖ in der City auf 24,94 Prozent (plus 1,50 Punkte), die ÖVP indes auf nur 24,39 Prozent. Sie verlor damit ganze 13,56 Prozentpunkte. Auf Platz drei landete die FPÖ, die mit 19,62 Prozent um 9,32 Punkte zulegen konnte. Die Grünen - sie hatten sich ebenfalls Chancen auf den Bezirksvorsteherposten ausgerechnet - verloren indes 2,60 Punkte und kamen bei 15,77 Prozent zu liegen. Beachtlich das Ergebnis der NEOS in der City: Die Pinken schafften es aus dem Stand auf 9,32 Prozent. Die Liste "Wir im Ersten" - bereits im Bezirksparlament vertreten - verlor um 1,57 Punkte und schaffte 5,03 Prozent.

Stenzel nimmt es nicht so tragisch, dass sie nach ihrem Wechsel von der ÖVP zur FPÖ als Bezirksvorsteherin der Wiener City abgewählt worden ist: "Es ist so und es ist zu respektieren", sagte sie auf der blauen Wahlparty. "Das war's mir wert", denn sie wolle, dass eine große Partei wie die FPÖ in Wien endlich auch zum Tragen komme. Fehler bei sich sieht Stenzel nicht: "Die FPÖ hat sich durch meinen Effekt verdoppelt."