Erstellt am 14. September 2015, 08:59

von Anita Kiefer

Wohnen im Zentrum. In Poysdorf hielten die NÖ Freiheitlichen Herbstklausur ab. Es soll im Herbst zwei FP-Arbeitsschwerpunkte geben.

FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz (l.) und FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl informierten in einer Pressekonferenz über die Ergebnisse der Herbstklausur der Freiheitlichen in Poysdorf.  |  NOEN, Eichberger

Bei ihrer Herbstklausur hat sich die FPÖ Niederösterreich in Poysdorf auf zwei Arbeitsschwerpunkte für die Herbstarbeit geeinigt.Zum einen will sich die FPÖ dem Thema leistbares Wohnen im Land widmen. Sie fordert ein neues Unterstützungsmodell für Familien.

500 Euro Wohnkosten sind genug

So seien 500 Euro Wohnkosten für eine Familie genug, so FPNÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl. Auch die Gruppe der Erwerbstätigen, die zwischen 1.200 und 2.000 Euro netto verdient, solle künftig von diesem Fördermodell erfasst sein. Waldhäusl fordert daher in diesem Zusammenhang eine Umstellung der Förderung – die Kosten, die über die genannten 500 Euro hinausgehen, sollen eben über Förderungen vom Land NÖ ausgeglichen werden. Es sollen dabei sowohl geförderte als auch privat gemietete Wohnungen erfasst werden. Allerdings müsse eine Einschränkung für Mietkosten gefunden werden. Eine Luxusimmobilie könne man nicht anmieten und dafür Förderungen bekommen, so FPNÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz dazu.

Der zweite Arbeitsschwerpunkt der Freiheitlichen liegt auf Sozialem. Die FPNÖ fordert beispielsweise eine Schulstarthilfe für alle Kinder mit österreichischer Staatsbürgerschaft.

Anreize für Paare, Kinder zu bekommen

Außerdem will sich Klubobmann Waldhäusl für die Schaffung von Anreizen für Paare, Kinder zu bekommen, einsetzen. „Ab dem zweiten Kind muss es Anreize für ein drittes geben“, so Waldhäusl. Dies solle dahin gehen, dass ab dem dritten Kind keine Steuern mehr bezahlt werden müssen.

Übrigens: Die Reaktion auf das Wohnmodell kosteten Waldhäusl nur einen Lacher. Mehr wollte er sie nicht kommentieren.


Reaktionen

„Dass die FPÖ Niederösterreich nun über das leistbare Leben für die Bürger berät, kommt reichlich spät – nämlich erst Jahre, nachdem die niederösterreichischen Sozialdemokraten ihre politische Arbeit nach diesem Aspekt ausgerichtet haben. Offenbar hat sich die FPÖ an die Kampagne der SPÖ Niederösterreich erinnert, diese für gut befunden und Anleihen dabei genommen. Die gleichzeitige Diffamierung der Wohnbaugenossenschaften zeigt allerdings, dass die FPÖ mit diesem Thema nicht ernst zu nehmen ist.“ Robert Laimer, Landesgeschäftsführer der SPÖ Niederösterreich.

„100 betroffene Familien erinnern sich, der blaue Wohnungsbau war ein Supergau. 2004 meldete die FPÖ-Wohnbaugesellschaft Konkurs an, Gläubiger erhielten nur 2,5 Prozent ihrer Ansprüche zurück. Die Verantwortlichen von damals, darunter der ehemalige Aufsichtsrat Gottfried Waldhäusl, haben ein Budgetloch von 12,5 Millionen Euro hinterlassen. Es ist dem NÖ Mieter und Wohnungseigentümerbund zu verdanken, dass Betroffene ihre Wohnungen behalten konnten. Wenn die Blauen Wohnen als neuen Schwerpunkt definieren, muss man sich fragen, wie viele Millionen dieses Mal in den Sand gesetzt und Familien enttäuscht werden.“ Bernhard Ebner, VP-Bundesrat und Landesgeschäftsführer des NÖAAB.