Erstellt am 22. September 2015, 04:57

von Anita Kiefer

Ziel: Deutsch lernen. In NÖ wurden 1.230 Flüchtlingskinder in Pflichtschulen eingeschult. Gut vorbereitet ist etwa die VS Melk.

Lehrerin Sigrid Scheichelbauer in der Volksschule Melk beim Deutschunterricht für die Flüchtlingskinder Nadia, Samira (stammen beide aus Afghanistan) und Mohammad (aus Syrien).  |  NOEN, FRANZ GLEISS
„Wo ist der Apfel?“, fragt Sigrid Scheichelbauer Nadia aus Afghanistan. Mit stolzem Lächeln zeigt Nadia auf das richtige Lernkärtchen. Sie besucht seit zwei Wochen die Volksschule Melk. Und lernt jetzt, unterrichtet von den Lehrern der Melker Volksschule, Deutsch.

Fünf Flüchtlingskinder haben mit dem aktuellen Schuljahr mit 7. September in der Volksschule Melk begonnen. Diese hat ein Drei-Phasen-System ausgearbeitet, nach dem die Flüchtlingskinder eingestuft werden, verrät Direktor Franz Gruber. Je nach Phase – in die die Kinder anhand ihrer Deutschkenntnisse eingestuft werden – werden sie zwischen ein und zehn Stunden aus dem regulären Unterricht herausgenommen und separat in Deutsch unterrichtet. Von den bereits vorhandenen Lehrern.

Unterricht mit einfachen Hilfsmitteln

Für die Sprachförderung fehlen die Kinder in Stunden, in denen sie dem Stoff ohnehin aufgrund der mangelnden Deutschkenntnisse nur schwer folgen könnten – etwa Deutsch und Sachunterricht. In Fächern wie Musik und Sport werden sie gemeinsam mit den Klassenkameraden unterrichtet. Den Klassen werden die Kinder übrigens ungefähr ihrem Alter entsprechend zugeordnet.

Unterrichtet wird – gerade am Anfang –  mit einfachen Hilfsmitteln, verrät Sigrid Scheichelbauer. Scheichelbauer ist seit vergangenem Schuljahr Lehrerin in Melk und hat eine Sprachförderausbildung absolviert. Die Flüchtlingskinder lernen Deutsch in der Anfangsphase etwa, indem sie eine Schultasche auspacken und die einzelnen Wörter benennen. Auch mit Lernkärtchen wird gearbeitet.

Niederösterreichweit gibt es aktuell 1.230 asylwerbende oder asylberechtigte Kinder im Pflichtschulbereich. Im Bundesschulbereich sind es 131 Schüler. Mehr Personal hat es vom Ministerium für die NÖ Schulen dafür bisher übrigens noch nicht gegeben.